Altes Thema, ich weiß, aber es wurde noch einmal an praktischen Beispielen so schön plastisch gemacht: das Denglisch. Eine Unart und Verschandelung der deutschen Sprache, die ihren Ursprung wohl hauptsächlich in den Chef-Etagen hat, gefüttert wurde durch PR- und Werbeagenturen, Einzug hielt in den allgemeinen Sprachgebrauch des kleinen Mannes, dann wieder (zumindest in der Werbung) heimlich verschwand, sich aber in Betrieben immer noch hartnäckig hält und auch beim kleinen Manne Bestand hat. Beim Deutschland-Funk gibt es einen schönen Artikel dazu.
Schön finde ich den Hinweis, dass nicht jeder der englischen Sprache mächtig ist und es so schnell zu Verwechselungen kommen kann (Stichwort Werbung – was ich eh nie verstanden habe, warum sie das gemacht haben – und auch im Betrieb). Ebenso nett ist der Gedanke, dass hauptsächlich unseriöse Werbeagenturen noch das Denglisch bzw. auch das Englisch benutzen. Oder unseriöse Fernsehsender… 🙂
Denglisch ist eindeutig zur Sprache der Billigprodukte, der Billigunternehmen, der niedrigen Qualität geworden.
Wie es scheint, mögen die Deutschen ihre Sprache nicht. Einst hieß das Sauerkrautländle das Land der Dichter und Denker. Einmal davon abgesehen, dass die schon seit einiger Zeit ausgestorben oder ausgewandert sind, ist es mit diesen Ansprüchen schon lange weit her.
Dieter E. Zimmer, Sprachkritiker und ehemaliger „Zeit“-Redakteur, fand in einer Studie heraus, wie das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Sprache ist:
Die Finnen legen den größten Wert darauf, eine Entsprechung in ihrer Sprache zu finden; 93 der hundert Wörter klingen nicht Englisch, sondern finnisch. Die Franzosen folgten mit 86 Wörtern, die Polen mit 82, die Spanier mit 80, und die Deutschen landeten mit 57 Wörtern weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz, unterboten nur von den Dänen mit 52 Wörtern. Wer will, mag daraus ableiten, dass Finnisch, Französisch, Polnisch und Spanisch die intaktesten europäischen Sprachen sind und Dänisch und Deutsch die kaputtesten.
Das lasse ich jetzt erst einmal so stehen und sacken…
Wenn es dann angekommen ist, führe ich natürlich auch noch den Beweis, dass dem so ist. Die Franzosen z.B. haben ein Gesetz erlassen, das besagt, dass für bestimmte englische Fachbegriffe französische Wörter benutzt werden müssen. Beispiele gefällig? Viel Spaß beim Finden der französischen Entsprechungen für Computer-Begriffe bei diesem Quiz.
Kommentare (2)
noch kaputter finde ich es allerding die email dann aus kampf gegen die verhunzung der deutschen sprache (einen kampf den ich eigentlich gerne führe) e-post zu nennen…
Nachtrag: beim Kampf um die „Reinheit“ ihrer Sprache sind die Isländer eindeutig „Europameister“ – und sie schaffen das sogar ohne verkrampften Sprach-Nationalismus (wie es ihn z. B. gern in Frankreich gibt – oder politisch ganz rechts in Deutschland). Auf Gesetze, die mir vorschreiben wollen, wie ich zu sprechen und zu schreiben habe, wie auf alle offiziellen Sprachregelungen reagiere ich sehr allergisch.