Generationskonflikt

Gestern war ich auf einem Bankett. Im Laufe des Abends setze sich mir ein älterer Herr gegenüber und wir redeten über Printmedien. Der Herr war zeitlebens für die Technik in den Printmedien zuständig. Sein Einstieg war der, dass er mir verkündete, er habe sein Abonnement einer großen Hamburger Tageszeitung gekündigt, da diese ihm zu flach geworden sei. Meine Herren, hat der geschimpft und schlimme Wörter benutzt…

Nett anzuhören, wie es „damals“ in den Medien zuging. Er erzählte davon, wie Anfang der 70er, noch vor meiner Geburt, Zeitungen hergestellt wurden (besagte Tageszeitung). Das konnte ich mir tatsächlich nur noch schwer vorstellen. Eine Zeitung wird heute ganz anders hergestellt. Unter anderem, da waren wir uns einig, ist die Qualität der Medien rapide gesunken.

Früher, so der Herr, hätte man eine extrem teure Leitung gehabt, um Daten zu transportieren. Ansonsten wurden die Druckdaten aus Hamburg immer mit dem Auto nach Essen gefahren, da dort gedruckt wurde. Verrückt.

Ich erzählte ihm, wie ich Zeitung lese: online. Da musste ich zurückweichen; der Mann wäre mir beinahe an die Kehle gegangen. Eben ein echter Print-Mensch. Online würde er nie lesen wollen, er bräuchte Papier in den Händen.

Dann gab es noch ein wenig Geplänkel über Videotext – auch eine Technik, die langsam ausstirbt…