Im September 2005 also gab es die Karikaturen in der dänischen Zeitung. Ganz schön lange her, um jetzt Radau zu machen. Dafür aber so richtig dicken Radau. Botschaften anzünden? Leute, das geht echt zu weit! Da hört bei mir dann auch das Verständnis auf.
Wikipedia schreibt zum Thema Karikatur:
Die Karikatur übertreibt bewusst, spitzt zu und verzerrt charakteristische Züge eines Ereignisses oder einer Person, um durch den aufgezeigten Kontrast zur Realität und die dargestellten Widersprüche den Betrachter der Karikatur zum Nachdenken zu bewegen.
Stichwort: Nachdenken. Einem Propheten eine Bombe als Turban anzudichten kommt wohl nicht ganz von ungefähr. Das hat schon irgendwie seine Gründe. Die fast täglichen Pressemitteilungen über Selbstmord-Bombenattentate sprechen für sich. Anscheinend gibt es allerdings einige Menschen, die nicht in der Lage sind, nachzudenken. Schade eigentlich.
Es kann doch nicht sein, dass man in der heutigen Zeit auf jedes Wort aufpassen muss, das man sagt… :nene:
In den Nachrichten meldete sich ein Kirchengänger zum Thema und meinte, er wäre auch nicht gerade froh darüber, wenn man eine Jesus-Karikatur bringen würde. Zwischen „Ich bin nicht froh darüber“ und „Ich zünde Botschaften an“ liegt jedoch ein ganz gewaltiger Unterschied. Den man auch ohne großes Nachdenken eigentlich erkennen müsste.
Kommentare (2)
Naja, so einfach ist das dann auch nicht.
Zuerst muss man bedenken, dass die Menschen in Nahost angehalten werden, nicht selber zu denken, sondern ihren gläubigen Vorstehern zu gehorchen. Das geht so weit, dass diese Menschen den Imamen absolut hörig sind. Und dann wird der Kampf gegen die christliche Welt, die in ihren Augen den Islam in ihrem immerwährenden heiligen Krieg, zerstören will, ja auch nicht erst seit gestern geführt.
So kommt eins zum Anderen. Und ich wage zu behaupten, dass der (Wikipedia-)Sinn einer Karikatur in den Köpfen der Muslime nicht verstanden wird (werden kann/will).
Ich will die radikalen Reaktionen weder beschönigen noch gutheißen. Jedoch muss man sich, angesichts des feinsinnigen ironischen oder auch zynischen Humors, vor Augen führen, dass dieser Humor auch anders verstanden werden kann.
Liebe Grüße,
Enrico
Schade, dass die Aufklärung nur ein westliches Phänomen war/ ist. Dabei ist sie schon so lange her… Man möchte meinen, dass in einer Welt, die mit all ihrer Technik, ihren wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritten auch die islamische Welt berührt, so ein Konzept wie Aufklärung irgendwann einmal bei den Herrschaften durchgesickert sein könnte. Dann würde es auch mit dem Nachbarn der Satire klappen.
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[…] Ja nee, ist klar – eine Imagekampagne für den Islam. Passt ja wie die Faust auf´s Auge zu dem was da gerade vor sich geht… Wenn es stimmt, dass im islamischen Kulturkreis Karikaturen üblich sind, die das “lustige Abschlachten” von Christen und Juden zum Inhalt haben, dann habe ich so langsam überhaupt kein Verständnis mehr für z.T. völlig inakzeptablen Reaktionen (also Botschaften anzünden und solche Sachen) auf die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten. […]