Mehr Goldwege

Ich weiß, ich weiß – ich sollte diesem Senat nicht noch dumme Flausen in den Kopf setzen. Dessen Eigenproduktion für irrsinnige Ideen scheint unerschöpflich, da muss man nicht noch Öl ins Feuer schütten. Es bot sich aber an.

Am Mittwoch regte ich mich noch über den Goldweg auf, der von der U-Bahnstation in die Schickimicki-HafenCity geplant ist und mal eben 16,3 Millionen Euro kosten soll. Bürgermeister-Kandidat Naumann nannte diese Idee treffend Ole-von-Beust-Gedächtnis-Weg. Es ist eine unsinnige Idee. Also gab es Gemurre. Doch die Christdemokraten verteidigten — natürlich — gleich am nächsten Tag ihren Weg. (Wahrscheinlich sind eh schon wieder alle Verträge längst unterzeichnet…) Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Klaus-Peter Hesse, findet das Projekt selbstredend gerechtfertigt:

Wer A sagt, muss auch B sagen. Ein erstklassiger Bau verdient einen erstklassigen Zuweg.

So, nun die Idee: Liebe CDUler, wenn Ihr schon Goldene Wege bauen wollt, dann doch richtig. Die Idee klingt schließlich derzeit, als gäbe es nur einen Weg in die Schickimicki-HafenCity. Dem ist nicht so. Wenn, dann schon alle Zufahrtswege vergolden! Ich habe Euch mal die Strecken aufgemalt. Das sind grob geschätzt zusätzlich 1.720 Meter Luxuszuwege für einen „erstklassigen Bau“.

Rechnen wir bei dem bis jetzt geplanten Weg mit 13 Mio Euro (drei Mio für den Umbau der U-Bahnhaltestelle — wobei Eure Kosten eh am Ende alle auf wunderbare Weise immer noch in die Höhe schnellen…), dann kostet bei Eurer Rechnung jeder Meter ca. 30.230 Euro. Alle Achtung! Den Meterpreis mit den zusätzlichen 1.720 Metern Neu-Luxuswege multipliziert und wir kommen ganz grob auf 52 Mio Euro extra. Na, habt Ihr die auch noch irgendwo liegen? Wenn schon, denn schon! Bei der U4 schmeißt Ihr das Geld doch auch einfach so in die Grube…

Über den „erstklassigen Bau“ können wir uns natürlich auch noch einmal streiten… Und wer hat hier A gesagt? Ich nicht!