Hallo

Letztens kam mir diese Anekdote wieder in den Sinn. Es mag schon vier oder mehr Jahre her sein, da fuhr ich mit dem Fahrrad (womit sonst) die Esplanade entlang. Damals wurde an dem einen Eckhaus etwas gearbeitet, Baugerüste standen herum, es war etwas enger. Der Wind pfiff mir entgegen, als ich um die Ecke des Hauses bog. Ein Mann mit grauen Haaren und beigem Mantel kam mir entgegen. „Den kennst Du doch!?“, dachte ich mir. Ich stufte ihn als einen ehemaligen Professor ein. Höflicher Mensch, der ich nun einmal bin, grüßte ich den Mann — aus mir unbekannten Gründen sehr fröhlich. Der Grauhaarige mit dem scharf geschnittenen Gesicht war sichtlich verwundert. Wer grüßt ihn da so überschwänglich? — Schon war ich vorbei und weg… Noch einige Meter fragte ich mich, wen ich da bloß gegrüßt hatte. Woher kannte ich den Mann bloß?

Erst abends fiel es mir ein. Nein, das war kein Professor. Das war ein ehemaliger Erster Bürgermeister, der Voscherau war’s. Der lief bei stürmischem Wetter an der Esplanade entlang und musste sich von Fremden grüßen lassen.

Viele mochten Voscherau ja nicht. Ihm wurde immer vorgeworfen, er sei kalt und unnahbar. Ich bin mit ihm (und seinem Vorgänger von Dohnanyi) aufgewachsen und empfand ihn in seiner Kühlheit passend für Hamburg. [Zum Inhaltlichen kann ich jedoch nichts sagen, weil ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht mit dem Thema Politik beschäftigt hatte.]

Kommentare (2)

  1. Klaus schrieb:

    Ich glaube nicht das Henning Voscherau noch verwundert ist, wenn er auf der Straße gegrüßt wird. Denn alle nas lang sagt jemand „Guten Tag“ zu ihm. Vielleicht ist es eher so das er sich jedes mal fragt, ob er den Grüßenden kennen sollte.

    Montag, 5. Mai 2008 um 07:08 #
  2. 404 schrieb:

    Richtig. Der Vorscherau passte zu Hamburg und war in Ordnung.

    Aber womit man sonst die Esplande hinabfahren soll? Mit dem Trecker natürlich!

    Montag, 5. Mai 2008 um 22:08 #