Klima – kein Thema

Eigentlich schade. Nun weiß ich, dass am Wochenende stets wenig Rauschen im Pressewald herrscht und man sich über jede halbwegs interessante Nachricht wie Schneekönig freut — sprich: in der Presse vom Sonnabend war es ein Thema. Schade ist es, dass ich in meinem Feedreader keinen einzigen Bericht zum UN-Klimabericht gefunden habe. Es gibt zwar dies und jenes, worüber man sich aufregen kann oder diese, bzw. jene Kleinigkeit, die man seinen Lesern auch schon lange einmal zeigen wollte; zum Thema Klima und Klimaschutz kein Sterbenswörtchen. 🙁

Dabei zeigt der Klimabericht auch schon in seiner Kurzfassung deutlich auf, dass es sehr wohl der Mensch ist, der das Klima nachhaltig verändert. Und das nicht zum Guten…

Heute kam Bundesumweltminister Gabriel und freute sich, dass Deutschland das einzige Land sein wird, das zur UN-Klimakonferenz in Bali ein abgestimmtes Maßnahmenbündel in der Taschen haben wird. Schön für Deutschland. Traurig, dass es sonst keiner für so wichtig hält.

Wobei es natürlich auch in Deutschland noch nicht so ganz knorke ausschaut mit dem Klimaschutz. Ein international vorgeführtes Maßnahmenbündel in Sachen Klimaschutz ist toll, aber intern wird trotzdem die Luft verpestet. Schönes Beispiel aus der jüngeren und näheren Umgebung: Der Hamburger Spaß-EB von Beust, der sich zwar gerne als Klimaschützer feiern lässt, aber dem zum Trotz dem Energiekonzern Vattenfall die Erlaubnis erteilte, in Moorburg ein Kohlekraftwerk zu bauen. CO2? Ja, kennt er, macht die Wohnung schön warm.

Deutschland (und der Rest der Welt) müssen etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Das sieht auch Minister Gabriel so:

Wir müssen nur den Mut aufbringen, dagegen vorzugehen – sonst werden uns unsere Kinder und Enkel verfluchen.

Tja, wenn man keine Kinder und Enkel hat, braucht man wohl auch nicht darauf Rücksicht zu nehmen, wird sich der eine oder andere Politiker denken… Und für den Hamburger Spaß-EB gibt es auf der Seite des Bundesumweltministeriums die Kurzfassung des 4. Sachstandsbericht (AR4) des IPCC (2007) über Klimaänderungen zum Runterladen (die ultrakurze Fassung). In dem vierseitigen Bericht (das sollte zu schaffen sein, das zu lesen) steht u.a. dieser Satz, Herr von Beust:

Die Kohlendioxidintensität in der weltweiten Energieversorgung nimmt wieder zu ? der langfristig abnehmende Trend kehrte sich nach dem Jahr 2000 um.

Da wird auch Hamburg seinen Teil dran haben. Traurig.

Kommentare (2)

  1. Boris schrieb:

    Ist das Klima ein Webzwonull-Startup? Nein.
    Spielt das Klima eine Rolle bei der Entscheidung, ob Blogger Journalisten sein können oder nicht? Nein.
    Ist beim Klima einer der A-Blogger direkt involviert? Nein.
    Ist das Klima ein Video auf Youtube? Nein.
    Hat das Klima unmittelbar Einfluss auf den Pagerank von Blogs? Nein.

    Wieso also sollte die deutsche Bloggerszene davon Notiz nehmen?

    OK, ich habe auch nix über’s Klima und unsere deutsche Absichtsbekundungspolitik geschrieben. Obwohl ich mich genügend über die neuerlichen Phrasen zum Thema gestern und heute geärgert habe.

    Was soll’s? Die Kanzlerin sondert auf ihren außenministerialen Urlaubsreisen ab und an einen besorgten und omalich mahnenden Satz ab. Der Bundesumweltminister meldet sich immer mal wieder als formell, aber nicht in der Sache anwesend. Die Autoindustrie hat sich beruhigt zurückgelehnt — die wichtigste Lobbyistenarbeit ist getan und man kann schon einmal für die fernere Zukunft die neuesten Innovationen auf dem 400-PS-SUV-Hybridmarkt ankündigen.

    Und die nächsten Konferenzen sind auch schon gedeckelt, wo man dem Klimawandel energisch mit vereinten Absichtserklärungen und Appellen zu weiteren Besorgnisveranstaltungen zu Leibe rücken kann.

    Ich glaube, dass Thema Klimawandel ist inzwischen sprachgeregelt und damit „durch“ …

    Sonntag, 18. November 2007 um 21:19 #
  2. Sehe ich genau so.
    Über die unpolitischen Schafsherdenblogger habe ich mich auch schon mal aufgeregt: http://www.qxm.de/leben/20060130-184629/herr-von-matt-und-die-erderwaermung

    Montag, 19. November 2007 um 18:27 #