Gewagter Vergleich

Heute morgen hörte ich einen seltsamen Bericht im Radio. Es ging im Endeffekt um unsere Mutter der Nation, Familienministerin von der Leyen, und ihren Vorschlag, schnelle Eingriffe der Familiengerichte in die Elternrechte zu stärken.

Der Moderator trug die Nachricht mit einer Grabesstimme vor. Sehr düster. Dabei fing der Bericht damit an, dass er sagte, durch das Verhalten einiger Menschen, würden die Rechte vieler beschnitten werden. Genauso, wie beim Schäuble und seinem Anti-Terrorgedöhns. Und das sei ja das Letzte. Wollen wir das auch bei den Eltern?

Ein direkter Vergleich zwischen der pauschalen „Ihr seid erst einmal alles Terroristen, also dürfen wir Euch abhören, ausspionieren etc.“-Panikmache des Herrn Schäuble und dem „Wenn etwas passiert, muss der Staat eingreifen können, damit das Kind nicht stirbt“ der Frau von der Leyen. Irgendwie ein seltsamer Vergleich…

Kommentare (4)

  1. Ivy schrieb:

    Na, so ganz unrecht hat der nicht, auch wenn die Thematik etwas schwierig zu vergleichen ist. Eltern brauchen nicht mehr Kontrollen sondern mehr Hilfen. Nicht Angstmache (wenn ich mich oute, daß ich es nicht schaffe, nehmen die mir mein Kind weg) sondern Hilfe von Anfang an wäre das Mittel der Wahl (mehr bezahlte Hebammenzeit, niedrigschwellige Angebote und ähnliches).
    Der Staat hat viele Möglichkeiten einzugreifen, aber die Leute sind so unterbesetzt, daß es schwierig ist, Situationen richtig einzuschätzen.
    Das soll die Beamten jetzt nicht von jeglicher Schuld freisprechen, es gehört aber eben noch mehr dazu, als immer noch mehr und mehr Kontrolle. Das bringt es meiner Meinung nach eben gerade nicht. Solche Leute werden immer Wege finden sich zu entziehen…

    Dienstag, 25. Dezember 2007 um 13:22 #
  2. Sven schrieb:

    Ich stimme Ivy zu: wenn es um die Frage des dahinter stehenden Prinzips steht sind die Fälle sehr gut zu vergleichen, denn die dahinter stehende Geisteshaltung führt tatsächlich hier wie dort genau dahin: zur Umkehrung des Rechtsstaates in den Präventiv-Staat, in dem jede(r) erst einmal unter Generalverdacht steht.

    Zum konkreten Thema – natürlich löst das kein Problem, denn wenn in einer (von wieviel Millionen?) Familie solch ein Drama passiert, dann sind da ganz andere Sachen schief gelaufen – noch mehr Druck und noch mehr Sanktion, rein präventiv, um Verzweiflungstaten zu verhindern? Strafandrohung, um Verzweiflung zu bekämpfen? Wie bescheuert muss man denn sein? Wir werden von Schwachsinnigen regiert.

    Mittwoch, 26. Dezember 2007 um 13:57 #
  3. MartinM schrieb:

    Nein, von Zynikern. Denn „Druck machen“ wirkt – auch wenn sich damit solche Tragödien nicht verhindern lassen. Er wirkt im Sinne einer Disziplinierung der Bevölkerung, eines verstärkten Argwohns gegenüber abweichendem Verhalten. Nicht zugunsten der Kinder, sondern zulasten der Eltern.

    Mittwoch, 26. Dezember 2007 um 21:19 #
  4. Sven schrieb:

    Naja, Zynikern müsste ich einen gewissen Grad an Intelligenz zugestehen. Die sehe ich aber nicht in diesen mit Angst durchtränkten und von Angst motivierten Superdilletanten.

    Mittwoch, 26. Dezember 2007 um 21:26 #