Northlanders Volume 2

Cover Northlanders - The Cross and the Hammer

Bewertung: 3.5 von 5

Im Jahre 1014 n.Chr. geht im von den Wikingern besetzten Irland ein Mann um, der den Besatzern das Fürchten lehrt: Magnus Mag Rodain. Zusammen mit seiner über alles geliebten Tochter Brigid ist er ständig auf der Flucht. Magnus, ein Berg von einem Mann, eine Ein-Mann-Kampfarmee, zieht umher und bringt Wikinger um, die „seinen Leuten“ das Land gestohlen haben. Ein nobles Anliegen, will man meinen, auch wenn es arg blutig über die Bühne geht.

Die Wikinger bleiben nicht untätig, sie schicken Magnus und Brigid den Strategen Ragnar Ragnarsson hinterher. Ragnar geht mit neuen Methoden vor, um den Wikinger-Mörder aufzuhalten. Er kombiniert aus seinen Beobachtungen. Ragnar geht „mit Köpfchen“ vor. Dabei ist er nicht alleine. Ihm untersteht eine kleine Armee ausgewählter Männer, die alle Jagd auf das Vater-Tochter-Gespann machen.

Ragnar entscheidet sich dazu, den blutdürstigen Iren aus der Reserve zu locken, indem er seinen Männern freie Hand lässt und diese plündernd und mordend durch die Landschaft ziehen lässt. Das muss einfach die Aufmerksamkeit von Magnus erregen.

Meinung

Mir gefiel der erste Band von Northlanders besser. Da habe ich mich so sehr auf diesen Band gefreut, doch man wurde nicht richtig in eine Wikinger-Geschichte hineingezogen. The Cross and the Hammer ist mehr eine Verfolgungsjagd unter blutigen Gesichtspunkten, die in der Mitte des Mittelalters spielt.

Vielleicht hätte dem zweiten Band der Northlanders-Reihe eine nähere Auseinandersetzung in Sachen Religion gut getan? Das Zusammentreffen der Wikinger (Hammer) auf den Iren (Kreuz) – wäre bestimmt spannend gewesen, wurde aber nicht angesprochen.

Erst im letzten Heft des Bandes, wenn es zum Showdown kommt und die Geschichte eine unerwartete Wende nimmt, macht Northlanders wieder Spaß. Es ist zwar immer noch nicht wirklich das Wikinger-Feeling, das ich so gerne gehabt hätte, aber packend ist das Ende allemal. DMZ-Autor Brian Wood beweist in den letzten Zügen wieder einmal, dass er ein exzellenter Geschichten-Erzähler ist.

Die Zeichnungen von Ryan Kelly (Kelly arbeitete mit Wood schon bei The New York Four zusammen und löste Davide Gianfelice ab) stimmen zur brutalen Natur der Geschichte, dennoch sackt der zweite Band von Northlanders was den Inhalt betrifft etwas ab. Wollen wir hoffen, dass im dritten Band — auf den man wohl noch lange warten dürfte — wieder ein Kapitel aus der Wikinger-Historie aufgeschlagen wird, das das Abenteurerherz höher schlagen lässt.