Also mal ganz langsam, damit ich das auch verstehe. Hamburgs CDU-geführter Senat erhöht die Schülerzahlen in Hamburgs Grundschulen. Vor fünf Jahren waren es 23,8 Kinder pro Klasse, zum nächsten Schuljahr werden es teilweise 29 bis 31 Schüler. Was wundert, haben sie doch im Wahlversprechen gehabt, sie würden mehr Lehrer einstellen – was nicht geschah. Nun kommt Schulbuch-Desaster-Dinges-Dierig daher und meint, das ginge so nicht mit den großen Klassen. Ihr Behördensprecher Luckow zeigt sich sogar besorgt:
Uns machen die großen Klassen vor allem in sozial schwierigem Umfeld Sorgen.
Wartet mal. Sozial schwieriges Umfeld? Das sind doch auch die Kinder, die z.B. auf der Veddel wohnen und denen der Senat gerade kräftig die Deutschstunden gestrichen hat.
Also: Deutschstunden abschaffen, Schülerzahl erhöhen, weniger Lehrer als versprochen einstellen, dann einen auf Tränendrüse machen und behaupten, große Klassen in der Grundschule wären nicht akzeptabel und besorgniserregend? Öh? Schließlich den Vorschlag der GAL, mehr Lehrer einzustellen, abzulehnen, weil man die 12,9 Mio Euro pro Jahr nicht habe. Das, obwohl schwachsinnige Prestige-Objekte, die niemand benötigt, gerüchteweise in der Schublade schon teurer sind, als öffentlich bekannt und die CDU dank unmöglicher Zusatzfinanzierung des Bundes auf einmal größenwahnsinnig wird.
Da ist doch der Wurm drin, liebe CDU… Scheinheilig, verlogen und – eben größenwahnsinnig.
Kommentar (1)
Da kann man dann mit Recht sagen – ein Hoch auf die sogenannte „Föderalismusreform“ (den Witz des Jahrzehnts mit schlimmsten Folgen für Jahrzehnte) – dass man unser Schulsystem den Ländern zum zukünftig noch effizienteren Abwracken hinterherwerfen wird.