Alternative X

Oookay, setzen wir uns mal hin und tun so, als könnten wir rechnen. Angeblich lernt man das ja nicht in Hamburg. Wie die Politiker um Beust und Co. auch fröhlich ständig beweisen…

Setzen wir uns hin und überlegen einmal: Du möchtest von A nach B. Schnell und billig. Du hast einen Entwurf, der führt Dich von A nach B in 12 Minuten und kostet – ich mag’s gar nicht sagen. Viel! Jetzt kommt jemand und sagt Dir, er habe eine Lösung, die führt (wenn wir am Ende des Alphabets angekommmen sind und wieder von vorn. anfangen wollen, dann ist das Z vor dem A) von Z nach B in 10 Minuten und ist um Längen billiger. Plus: Die neue Strecke hat den Vorteil, wenn Du eine große Party machst, kannst Du mit der neuen Strecke auch Deine Partygäste wunderbar aus der Innenstadt zu ihren Schlafplätzen kutschieren – und zurück.

Was machst Du? Nimmst Du die kürzere, teurere Strecke, die mehr Fahrzeit beansprucht (aber die Neubewohner eines Nobel-Quartiers nicht stört)? Oder hast Du soviel gesunden Menschenverstand und nimmst die zweite, die kostengünstigere, die längere, die praktiblere und schnellere Strecke?

Genau: Wenn Du im Hamburger CDU-geführten Senat bist, dann nimmst Du die unsinnigere Strecke. Weil: Man hat ja Verpflichtungen… Und wenn man jetzt auf einmal die sinnvollere Strecke nähme, ja wie sähe das denn aus? Das würde ja bedeuten, da habe jemand nachgerechnet, was man in Hamburg aber nicht gelernt hat. Sagt die CDU.

PS: Ich weiß, ich schreibe viel über Hamburg und es ist eigentlich auch so gut wie immer Gemeckere. Aber bei so einem Senat, der ständig Mist baut und nur sich selbst profilieren möchte, da gibt es eben viel zu kritisieren. Leider. Würde ja auch viel lieber positive Dinge über Hamburg schreiben. 🙁

Kommentar (1)

  1. Ecki schrieb:

    Ich lese sehr gerne, was du über deine Stadt schreibst. Denn dadurch, wie du dich damit beschäftigst, sieht man eigentlich recht gut, dass du deine Stadt recht gerne hast.

    Mir geht es in gewisser Weise ähnlich mit meiner Heimatstadt, die eigentlich eher Dorf ist. Trotzdem kommen dank den Fabrikverkäufen oder neudeutsch „Factory Stores“ jedes Wochenende tausende von Shoppern aus aller Welt hier her.
    Die eigentliche Stadt wird dabei völlig vernachlässigt, Steuergelder gehen an Investoren, die (wie ich sie ganz gern nenne) Glaspaläste bauen. Alte, zum Teil denkmalgeschützte Häuser werden aufgekauft und so lange dem Verfall ausgesetzt, bis sie nicht mehr zu restaurieren sind, wobei die eher lächerlichen Strafen schon im Kaufpreis verrechnet sind…

    So stirbt hier ein intaktes, zum Teil Jahrhunderte altes Stadtzentrum und wird nach und nach durch Shopping Malls ersetzt, die dank billiger Bauweise jetzt halbwegs gut ausschauen, aber weder zum restlichen Stadtbild passen und weder in 30-40 Jahren noch stehen werden.

    Tja, so wirkt man halt, wenn ein lukrativer Beraterposten nach Amtsabgabe winkt.

    Montag, 9. Oktober 2006 um 01:46 #