Bing gegen Google

Microsoft hat vor gut neun Monaten seine eigene Suchmaschine Bing der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um der Welteroberungsmaschine Google etwas entgegenhalten zu können. Alle Nerds und Geeks sind gleich mal auf die Redmonder Suchmaschine gegangen. Fragt man heute in der Masse, welche Suchmaschine benutzt wird, kommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Google als Antwort. Ein wirklicher Konkurrent ist Bing — meiner bescheidenen Meinung nach — nicht für die Datenkrake Google.

Wer sehen möchte, wie unterschiedlich die beiden Suchmaschinen arbeiten, der gebe seinen Suchbegriff auf der Seite Bing vs. Google ein. Die Magerfettstufe schneidet ziemlich gleich gut ab. Aber ein Test mit dem hier einst recht oft verwendeten Begriff „Senatsblatt“, bringt Seltsames zum Vorschein. Google findet meine Seite. Bing hingegen findet — und das wundert echt — das Original, nämlich zuoberst Artikel aus dem Senatsblatt. Wild.

Suchergebnis bei Bing

Haben die irgendwo weiß auf weißem Grund den Begriff bei sich versteckt? Sind die sich ihrer Meinungsmache bewusst? Oder wollen die nur mit meiner Hilfe Klicks abgreifen? Ey, das dürft Ihr nicht! 🙁

PUA Elbphilharmonie

Die Elbdisharmonie war Anfang der Woche Thema in den Medien — mal wieder. Sollte doch ursprünglich März 2010 der König das erste Mal über die Schwelle seines Denkmals schreiten, dann 2012, findet das Eröffnungskonzert (mit Chance) erst 2013 statt. Das gab auch Generalintendant Lieben-Seutter zu. Damit hat erstmals ein „Offizieller“ das bekannt gegeben, was jeder schon gespottet hat.

Außerdem soll nun ein PUA eingerichtet werden. Der wievielte Untersuchungsausschuss ist das eigentlich schon unter Beusts Herrschaft …? In dem PUA soll geklärt werden, wieso die Kosten so explodiert sind. Die Einen freut’s, die Anderen mäkeln herum. Der Steuerzahlerbund hält einen PUA zu diesem Zeitpunkt für völlig kontraproduktiv und diplomatisch fatal. Man solle lieber abwarten, bis das Ding geschaukelt ist, dann könne man den PUA einrichten.

Kann man machen. Muss man aber nicht. Gerade jetzt hat man die Chance, allen Verantwortlichen auf die Füße zu treten. Wer weiß, wie das nach Bauabschluss 2016 sonst der Fall wäre? Wohin diejenigen, die bewusst die Preise verschwiegen und falsch gespielt haben dann verschwunden sind? Ein PUA ist zu diesem Zeitpunkt schon in Ordnung.

In dem PUA soll bewiesen werden, dass die Kosten für das Vorhaben bewusst immer wieder zu niedrig angesetzt worden sind, um es politisch durchsetzen zu können. Der Beweis kann in diesem Fall durchaus gelingen, da u.a. bisher geheim gehaltene Akten öffentlich gemacht werden können und man die Verantwortlichkeiten auf diesem Weg weitaus besser klären kann, als durch parlamentarische Anfragen. Gut, die Beteiligten müssen außerdem unter Eid aussagen — aber das hat ja nichts zu bedeuten …

Die Schuldigen

Bei dem Bau der Elbdisharmonie ist eine Menge, wenn nicht alles, schief gelaufen. Dabei ist die Schuld auf beiden Seiten zu suchen. Zum einen auf der politischen, allen voran beim Ersten Bürgermeister, der, da sind sich mittlerweile alle einige und sprechen es auch so aus, mit dem Millionengrab nur ein Denkmal für sich selber setzen wollte.

SPD-Haushaltsexperte Peter Tschentscher greift Hamburgs König direkt an. Dieser habe bei dem Projekt Elbdisharmonie so viele persönliche Entscheidungen getroffen wie nirgendwo sonst. Der EB sei stets bestens über Entwicklung und Probleme informiert gewesen, sei seinen leitenden Mitarbeitern unklug in die Parade gefahren und habe den einstigen Chef der städtischen Bauherrenvertretung, Hartmut Wegener, angewiesen, von einem gesicherten „Festpreis“ zu sprechen, als bereits lange klar war, wie die Kosten explodieren würden.

Auf s.o. gibt es ein interessantes Interview mit einem Projektmanagement-Experten, der dem Senat sowie Hochtief Vorwürfe macht. Einfach einmal lesen, was hier alles von Anfang an verkehrt gemacht wurde. Hochtief habe z.B. — wie es in der Branche nebenbei erwähnt üblich zu sein scheint — bewusst eine zu niedrige Summe genannt. Die Kostenaufstellung sei allerdings so unrealistisch gewesen, dass es auf der Seite des Auftraggebers, also der Stadt Hamburg, sofort hätte auffallen müssen. Aber hier hat man an der falschen Stelle gespart und war der Meinung, man bräuchte — um Verwaltungskosten zu sparen — in der ersten Bauphase lediglich fünf Leute in der Projektleitung. Der Experte meint, gerade bei so einem großen (Prestige-)Projekt müsse von Anfang an die Maschine richtig geölt laufen. Aber es wurde an der falschen Ecke gespart. Unwissenheit und Inkompetenz? Auf alle Fälle Augenwischerei.

Zeichen setzen

Der PUA hätte nicht nur für Hamburg eine Bedeutung. Da, wie bereits erwähnt, die Taktik des bewusst zu niedrig gehaltenen Preises auf Seiten der Bauunternehmer eine gängige Taktik zu sein scheint:

Vertraulich leugnen weder Architekten noch Baufachkräfte oder Politiker, dass außergewöhnliche Gebäude nur über solche Kostenlügen umzusetzen sind, aber als bestätigte Meldung würde dies Wissen das Projektbegräbnis als Drucksache herbeiführen. Wahrheit und kultureller Gewinn stehen leider nicht immer in Einklang.

Die Bauunternehmen und Architekten spekulieren darauf, dass die Politiker ihr Gesicht nicht verlieren wollen, wenn „plötzlich und aus heiterem Himmel“ die Kosten für das ersehnte Bauobjekt steigen und man dem Treiben einen Riegel vorsetzten müsste, damit jedoch eine Bauruine riskierte. Nun kann man sich von dem PUA erhoffen, dass, ist diese „Regel“ erst einmal bewiesen, es in Zukunft schwerer fallen wird, Unterstützung für das Besondere zu finden.

Unterm Strich

Zusammengefasst: Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss ist zu diesem Zeitpunkt durchaus sinnvoll, hat man jetzt noch die Verantwortlichen in Greifweite. Es wäre außerdem ein netter „Nebeneffekt“, könnte man z.B. aufzeigen, dass der Senat von steigenden Kosten im Vorfeld durchaus wusste, damit jedoch bewusst bis nach der Bürgerschaftswahl gewartet hat. (Obwohl das bis zur nächsten Wahl eh wieder vergessen und vom Senatsblatt schön geredet wird …)

Der PUA ist generell wünschenswert, wenn er eine bisher übliche Vorgehensweise bei Bauunternehmern und Architekten aufdecken würde und damit zukünftige Mogelpackungen für ähnliche Pracht- und Prestige-Denkmäler verhindern könnte.

Übrigens kann man in diesem Fall gar nicht nur einer Seite Schuld zuweisen. Zum einen haben wir die egosüchtigen Politiker, die sich selber Denkmäler setzen wollen. Auf der anderen Seite haben wir die rein aufs Finanzielle abzielenden Bauunternehmer und Architekten.

Das kann im schlimmsten Fall zu einer Symbiose führen — die der Steuerzahler ausbaden darf.

Und hier noch einmal eine visuelle Zusammenfassung des „Tatbestands“ Elbdisharmonie. Für alle, die nicht lesen mögen:

[Direkt-Schokotorte mit Rotzfahne]

Müll zu Geld machen

auf einem Altglascontainer entsorgter Babysitz

Mit dem Frühling verbindet man auch den Frühjahrsputz. Urlaub ist so ein Ding, das ungemein helfen kann, wenn man mal richtig durchputzen will. Auf dem Dachboden und im Keller hat sich über die Jahre Krempel angesammelt, der ruhig mal rausfliegen kann. — Das dachte ich mir auch.

Dazu bedarf es eines Anrufs bei der Stadtreinigung, dann kommen die mit ihrer rotierenden Tonne auf dem Laster vorbei und nehmen alte Fahrräder, Matratzen oder anderen Sperrmüll mit.

Früher war es noch so, daran erinnere mich genau, da gab es im Jahr ein oder zwei feste Termine zu denen die Leute ihren Sperrmüll an die Straße gestellt haben. Dummerweise hatte das zur Folge, dass auch „Aasgeier“ kamen, die die Müllberge nach Brauchbarem durchsuchten und dabei das zu entsorgende Gut quer über die Straße verteilten.

Aus diesem Grund gab es dann irgendwann keine festen Termine mehr. Man musste anrufen, möglichst genau sagen, was und wie viel Müll man entsorgt haben möchte, dann kamen sie und haben einem das sperrige Zeugs abgenommen.

Also gut, dachte ich mir, ruf doch mal bei der Stadtreinigung an. Schnell auf deren Seite gegangen und nachgeschaut, was dort zum Thema Sperrmüll so alles steht. Siehe da, meine Information ist schon wieder veraltet. Das mit dem Anrufen bleibt bestehen, aber mittlerweile muss man auch das Portemonnaie zücken. Nicht mehr für „ein bisschen Trinkgeld, Männer“, sondern eine fette Gebühr. Das war mir neu. Zwischen 31 und 53 Euro kostet der Spaß heutzutage.

Wer einen fahrbaren Untersatz sein Eigen nennt, der kann seinen Sperrmüll weiterhin an einem der auch immer weniger werdenden Recyclinghöfe abgeben, wer jedoch kein Auto hat — der ist gekniffen. Danke auch!

Klar hat die Stadtreinigung kein Geld. Wie auch, wenn das städtische Geld für Elbdisharmonie und Co. draufgeht? Nur dürft Ihr Euch dann auch nicht wundern, wenn die Bürger ihren Müll einfach so mitten in der Stadt entsorgen. Gerne, wie auf dem Bild oben zu sehen, bei den Altpapier- und Altglascontainern. Hätte ich keinen Anstand, würde ich das auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion machen. X-(

Stadtcafé Ottensen hinter Gittern

Stadtcafé Ottensen

Von einem Tag auf den anderen war Schluss. Im Juni 2009 wurde das Stadtcafé Ottensen bei mir um die Ecke geschlossen. Ein Ding der Unmöglichkeit – so aus persönlicher, menschlicher Sicht. Aber im Grunde doch auch nur wieder ein Beispiel für „Wirtschaft schlägt alle — Natur, Kultur, jeden“. Zwar soll sich die Ottensener Politik tatsächlich um den Erhalt des von Friedensreich Hundertwasser inspirierten Cafés bemüht haben, aber im Endeffekt stand der Investor doch mit einem Räumungsbefehl vor der Tür. Die Möbel wurden abtransportiert, die Tür vernagelt und seitdem ist das Gelände mit Bauzäunen umstellt. Passiert ist da nicht viel.

Da nun die Sonne zaghaft ihre Strahlen auf Ottensen scheinen lässt, treibt es einen auch eher einmal wieder zu Fuß vor die Tür und man kann sich vor das Café stellen und kopfschüttelnd wünschen, es hätte wieder auf. Schon kommt die Frage auf, wieso das Stadtcafé hat schließen müssen? Eine Schande.

Laut Wikipedia-Eintrag soll das Gebiet im Rahmen des Bebauungsplanentwurfs Ottensen 60 mit 60 bis 70 Wohnungen bebaut werden. Wie man anderswo las, soll der Investor das leerstehende Café in einen bevorstehenden Neubau integrieren wollen. Ja, ne — ist schon klar.

Ich stelle mir oft die Frage, wieso das Café so schnell, holter-di-polter geschlossen werden musste? Da sind doch bestimmt auch mindestens fünf Arbeitsplätze bei verloren gegangen. Meine Vermutung ist die, dass man sich wohl dachte, man könne das Teil so schnell wie möglich schließen. Dann lässt man es eine Weile stehen und hofft, dass es langsam vor sich hingammelt. Wenn man dann endlich mit den Bauarbeiten anfängt, könnte es sein, dass man feststellen muss, dass das Gebäude leider total verschimmelt o.ä. ist und man somit — noch einmal leider — das ehemalige Café gleich komplett abreissen müsse.

Aber das ist nur wieder meine zynische Sicht der Dinge … Vielleicht rutscht bei zukünftigen Bauarbeiten auch nur ein Bagger „rein zufällig“ aus, kommt gegen die Außenwand und beschädigt diese irreparabel. Dann muss man — leider — abreißen.

Bebauungsplanentwurf Ottensen 60/63

Nur mal so, weil es gerade thematisch passt. Wenn ich so etwas lese, dreht sich mir der Magen um:

Mit dem Bebauungsplan sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine städtebauliche Nachverdichtung geschaffen werden. Für brachliegende bzw. untergenutzte Blockinnenbereiche sieht der Entwurf die Errichtung von maximal dreigeschossigen Wohngebäuden vor, Gewerbebetriebe sind nach Möglichkeit zu erhalten.

Ich störe mich an dem Wort Nachverdichtung. Das klingt extrem unangenehm und eklig. Schaut man sich im Bebauungsplan 60 das nachzuverdichtende Gebiet an, kann man auch nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wieso? Wieso muss das „nachverdichtet“ werden? Nur weil da ein, zwei Flächen nicht bebaut sind, weil dort etwas Grün zu finden ist, nur deswegen muss das zubetoniert werden? Nein!

Das selbe Spiel wird auch beim Moltkeblock gespielt. „Oh, ein Stückchen Grün! Da können wir noch Wohnungen draufbauen!“ Muss doch echt nicht sein … X-(

Übrigens: Das mit dem erhaltenswerten Gewerbebetrieb, das haben sie schon mal im Fall Stadtcafé Ottensen nicht geschafft.