Kunstrasen für den FC Teutonia 05

FC Teutonia 05 Spielfeld im Umbau

Fußball? Ist nicht mein Ding. Sorry. Aber dennoch: Als ich Anfang der Woche am nahe gelegenen Fußballfeld des in Ottensen angesiedelten FC Teutonia 05 vorbei ging, kam milde Panik in mir auf. Die kleinen Tribünen hin zum Hohenzollenring sind abgerissen, die Tore weg und ein großer Bagger wühlt sich über den Platz. Heute dann auch noch die Flutlichtanlagen – abgebaut. Panik kommt da deswegen auf, weil der Gedanke immer schnell da ist: Mist, wieder ein Stück Freifläche, die zugebaut wird.

Doch dann erinnerte ich mich daran, dass der Verein seit einer gefühlten Ewigkeit darum kämpft und bettelt, den Grandplatz durch einen Kunstrasenplatz zu ersetzen. Ein Blick auf die Internetseite des Vereins brachte dann die Beruhigung. Ja, irgendwie haben sie es geschafft, dass nun doch der heiß ersehnte Kunstrasenplatz kommt. Die Stadt Hamburg bezahlt den Kunstrasen, doch der kleine Verein muss noch viel Geld extra aufbringen; u.a. für eine neue Flutlichtanlage und eine neue Aufwärmecke. Der Verein ist also auf Spenden angewiesen. Ob das Paten-Prinzip noch Gültigkeit hat, oder ob das nur für den Kunstrasen, nicht aber für die Lichtanlage gilt – weiß ich nicht. Mal fragen.

Ich habe nichts mit Fußball am Hut, aber dass dieser kleine Verein „um die Ecke“ nun doch endlich einen modernen Belag für die Spielfläche erhält, das freut mich schon. Rein aus lokalpatriotischen Gründen.

Die Rösterei lebt

Im wunderschönen Levante-Haus mitten in Hamburgs Innenstadt – gelegen an der Mönckebergstraße –, da gab es lange Zeit Die Rösterei. Ein schmuckes Café, wie man sie heute nicht mehr so oft findet. Es gab Kaffee, Tee, warmes Essen, Kuchen, Waffeln. Alles in einem angenehmen, „alten“ Ambiente. Gerne habe ich mich hier aufgehalten. Hier fand man Ruhe, konnte sich umschauen. Der Kuchen war gut, der Tee ebenso (Kaffee trinke ich nicht). Nichts „to go“ …

Doch dann hieß es eines Tages: Schluss. Ende. Die Rösterei muss raus aus dem Levantehaus. Der Laden schien gut zu laufen. Der Vermieter wollte Die Rösterei raushaben. Irgendwo las ich, man wäre der Meinung gewesen, Die Rösterei „passe nicht ins Konzept des Hauses“. Bitte?! Was für eine schwachsinnige Aussage! Dieses Café passte wunderbar ins Levantehaus. Was sollte denn bitte sonst da rein? Es ging das Gerücht um, man wolle einen Jeans-Laden in die Räumlichkeiten des Cafés einziehen lassen. Klar. Das passt auch viel besser ins Haus. Nicht.

Erst kürzlich sah ich dann, dass nun doch kein Bekleidungsgeschäft Einzug hält, sondern – Achtung! – ein Café. Was zum Teufel …?

Roncalli Cafe - Ankündigung

Die Rösterei ist jedoch nicht pleite gegangen. Sie ist den Hamburgern erhalten geblieben. Ein paar Schritte weiter in Richtung Rathaus, bei der St. Jacobi-Kirche, geht man in den Barkhof, dann in Richtung Steinstraße, überquert diese bei der Ampel und steht vor der neuen Unterkunft der Rösterei. Gut so!

Die Rösterei - Neuer Standort an der Steinstraße

Die andere Art der Architektur

Geht man durch die Städte – egal ob Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder sonstwo – sieht man architektonisches Einerlei und Langweile. Architektur war mal spannend, ansprechend, lokal geprägt. Doch in diesem Beitrag soll es nicht um die Art der Bauweise von Häusern gehen. Es gibt auch die Form der Stadtarchitektur, die sich mit der Gestaltung der Städte zwischen, neben und um die Häuser herum beschäftigt. Da gibt es zum Beispiel die Stadtmöbel. Darunter fallen „echte“ Möbel wie Bänke, Blumenkübel aber auch Werbeflächen.

In London – und vermutlich in vielen anderen Großstädten – zählt dazu auch eine recht neue Art der Stadtgestaltung: Poller. Okay, der Poller an sich ist nicht neu. Diese oft aus Metall bestehenden mehr oder weniger dicken Stangen oder Pfeiler sind allgegenwärtig. Oft dienen sie der Abgrenzung eines Areals, so dass hier nicht einfach Autos wild parken können. Möchte man denken, das ist doch nur im Sinne der Fußgänger, der Bürger also. Tatsächlich tauchen immer mehr Poller auf, die nicht unmittelbar, sondern indirekt den Menschen dienen sollen. Oft wird ein Gebäude beschützt. Wir leben in einer Welt, in der der Terror die Art der Stadtgestaltung bestimmt. Poller sollen nicht mehr Autos vom Parken abhalten, sie sollen Terroristen davon abhalten in ein Gebäude zu rasen, es eventuell zur Explosion zu bringen.

Es ist also eine neue Herausforderung für Stadtplaner entstanden: Schütze Häuser, die darin lebenden/arbeitenden Menschen und gestalte das alles so, dass der Normalbürger möglichst nichts davon mitbekommt. Wer will schon – im schlimmsten Fall – eine Straße entlanggehen und dabei alle zwei Meter eine bis an die Zähne bewaffneten Schutzperson passieren? Die entschärfte Version sind Poller, riesige Pflanzkübel aus speziellem Beton oder überdimensionale Buchstabe, aus dem selben Material, das ein heranlassendes Auto ausbremsen soll. In London soll sogar mit den guten alten Wassergräben gearbeitet werden, um den Zugang Fremder zu verhindern.

Top-10 zum Jahresende

Ich kann 2015 schon riechen. Daher noch schnell die Top-Irgendwas rausgehauen. Das mit den Büchern spare ich mir erneut. Ich habe nur alte Schinken gelesen, die irgendwie nicht in so eine hippe Liste reinpassen. Daher hier die Top-10-oder-so für 2014. Wie immer gilt: In loser Reihenfolge ohne Wertung.

Das Jahr 2014 war ein schmales Jahr in Sachen Kinobesuche. Wenn der wichtigste Kinopartner wegfällt, wird es schwer, genügend Filme zur Befriedigung eines Moviejunkies zu sehen. Hier die Top-5 in chronologischer Folge, absteigend.

Filme
Wolfcop — Weil er so herrlich schräg und schlecht war. Ich habe mich köstlich amüsiert.
5 Zimmer Küche Sarg — Ebenfalls auf dem Fantasy Filmfest gesehen und ein echtes Juwel des „etwas anderen“ Humors.
Guardians of the Galaxy — Wohl der Blockbuster des Jahres? Das muss nichts heißen, aber ich fand ihn dennoch gut.
Planet der Affen: Revolution — Auch einer der großen Filme im Jahre 2014. Ich hatte Bedenken, ob die Fortsetzung nicht ein Reinfall werden würde, aber sie haben den Stoff gut und behutsam umgesetzt.
Her — Mein erster Film in 2014 und ein so wunderschöner dazu!
Musik
Royal BloodRoyal Blood — Debütalbum der zwei Jungs aus Brighton. Nur Schlagzeug und Bassgitarre ist langweilig? Weit gefehlt! Das Duo rockt mächtig. Irrsinnig gute Scheibe mit Kopfnicker-Garantie!
FlyleafBetween the Stars — Nachdem die letzte Scheibe echt mau war, gab es noch Umstrukturierungen. Lacey Sturm ging weg, Kristen May kam. Und das ist gut! Den Gesang auszutauschen ist immer heikel, bei Flyleaf hat es wunderbar geklappt. Höre ich rauf und runter.
The Tea PartyThe Ocean at the End — Endlich! Nach langer Zeit hat sich das Trio der wohl besten Rockband der 90er wieder zusammengefunden und eine neue Scheibe aufgenommen. Sehr gut geworden, obwohl ich auch anders lautende Meinungen gehört habe.
Niels FrevertParadies der gefälschten Dinge — Sonst nur Rock, hier wunderschöne, traumhafte, herrliche Balladen und Melodien. Komplett anders als der Rest – aber oh so schön.
These Raven SkiesThese Raven Skies — Noch ein Erstlingswerk. Nichts wirklich Weltbewegendes, aber eine Scheibe, die Spaß bringt. Vielleicht bin ich aber auch ein wenig voreingenommen, weil Jeff Martin von The Tea Party mit an der Scheibe gebastelt hat.