Die Rösterei lebt

Im wunderschönen Levante-Haus mitten in Hamburgs Innenstadt – gelegen an der Mönckebergstraße –, da gab es lange Zeit Die Rösterei. Ein schmuckes Café, wie man sie heute nicht mehr so oft findet. Es gab Kaffee, Tee, warmes Essen, Kuchen, Waffeln. Alles in einem angenehmen, „alten“ Ambiente. Gerne habe ich mich hier aufgehalten. Hier fand man Ruhe, konnte sich umschauen. Der Kuchen war gut, der Tee ebenso (Kaffee trinke ich nicht). Nichts „to go“ …

Doch dann hieß es eines Tages: Schluss. Ende. Die Rösterei muss raus aus dem Levantehaus. Der Laden schien gut zu laufen. Der Vermieter wollte Die Rösterei raushaben. Irgendwo las ich, man wäre der Meinung gewesen, Die Rösterei „passe nicht ins Konzept des Hauses“. Bitte?! Was für eine schwachsinnige Aussage! Dieses Café passte wunderbar ins Levantehaus. Was sollte denn bitte sonst da rein? Es ging das Gerücht um, man wolle einen Jeans-Laden in die Räumlichkeiten des Cafés einziehen lassen. Klar. Das passt auch viel besser ins Haus. Nicht.

Erst kürzlich sah ich dann, dass nun doch kein Bekleidungsgeschäft Einzug hält, sondern – Achtung! – ein Café. Was zum Teufel …?

Roncalli Cafe - Ankündigung

Die Rösterei ist jedoch nicht pleite gegangen. Sie ist den Hamburgern erhalten geblieben. Ein paar Schritte weiter in Richtung Rathaus, bei der St. Jacobi-Kirche, geht man in den Barkhof, dann in Richtung Steinstraße, überquert diese bei der Ampel und steht vor der neuen Unterkunft der Rösterei. Gut so!

Die Rösterei - Neuer Standort an der Steinstraße

Die andere Art der Architektur

Geht man durch die Städte – egal ob Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder sonstwo – sieht man architektonisches Einerlei und Langweile. Architektur war mal spannend, ansprechend, lokal geprägt. Doch in diesem Beitrag soll es nicht um die Art der Bauweise von Häusern gehen. Es gibt auch die Form der Stadtarchitektur, die sich mit der Gestaltung der Städte zwischen, neben und um die Häuser herum beschäftigt. Da gibt es zum Beispiel die Stadtmöbel. Darunter fallen „echte“ Möbel wie Bänke, Blumenkübel aber auch Werbeflächen.

In London – und vermutlich in vielen anderen Großstädten – zählt dazu auch eine recht neue Art der Stadtgestaltung: Poller. Okay, der Poller an sich ist nicht neu. Diese oft aus Metall bestehenden mehr oder weniger dicken Stangen oder Pfeiler sind allgegenwärtig. Oft dienen sie der Abgrenzung eines Areals, so dass hier nicht einfach Autos wild parken können. Möchte man denken, das ist doch nur im Sinne der Fußgänger, der Bürger also. Tatsächlich tauchen immer mehr Poller auf, die nicht unmittelbar, sondern indirekt den Menschen dienen sollen. Oft wird ein Gebäude beschützt. Wir leben in einer Welt, in der der Terror die Art der Stadtgestaltung bestimmt. Poller sollen nicht mehr Autos vom Parken abhalten, sie sollen Terroristen davon abhalten in ein Gebäude zu rasen, es eventuell zur Explosion zu bringen.

Es ist also eine neue Herausforderung für Stadtplaner entstanden: Schütze Häuser, die darin lebenden/arbeitenden Menschen und gestalte das alles so, dass der Normalbürger möglichst nichts davon mitbekommt. Wer will schon – im schlimmsten Fall – eine Straße entlanggehen und dabei alle zwei Meter eine bis an die Zähne bewaffneten Schutzperson passieren? Die entschärfte Version sind Poller, riesige Pflanzkübel aus speziellem Beton oder überdimensionale Buchstabe, aus dem selben Material, das ein heranlassendes Auto ausbremsen soll. In London soll sogar mit den guten alten Wassergräben gearbeitet werden, um den Zugang Fremder zu verhindern.

Top-10 zum Jahresende

Ich kann 2015 schon riechen. Daher noch schnell die Top-Irgendwas rausgehauen. Das mit den Büchern spare ich mir erneut. Ich habe nur alte Schinken gelesen, die irgendwie nicht in so eine hippe Liste reinpassen. Daher hier die Top-10-oder-so für 2014. Wie immer gilt: In loser Reihenfolge ohne Wertung.

Das Jahr 2014 war ein schmales Jahr in Sachen Kinobesuche. Wenn der wichtigste Kinopartner wegfällt, wird es schwer, genügend Filme zur Befriedigung eines Moviejunkies zu sehen. Hier die Top-5 in chronologischer Folge, absteigend.

Filme
Wolfcop — Weil er so herrlich schräg und schlecht war. Ich habe mich köstlich amüsiert.
5 Zimmer Küche Sarg — Ebenfalls auf dem Fantasy Filmfest gesehen und ein echtes Juwel des „etwas anderen“ Humors.
Guardians of the Galaxy — Wohl der Blockbuster des Jahres? Das muss nichts heißen, aber ich fand ihn dennoch gut.
Planet der Affen: Revolution — Auch einer der großen Filme im Jahre 2014. Ich hatte Bedenken, ob die Fortsetzung nicht ein Reinfall werden würde, aber sie haben den Stoff gut und behutsam umgesetzt.
Her — Mein erster Film in 2014 und ein so wunderschöner dazu!
Musik
Royal BloodRoyal Blood — Debütalbum der zwei Jungs aus Brighton. Nur Schlagzeug und Bassgitarre ist langweilig? Weit gefehlt! Das Duo rockt mächtig. Irrsinnig gute Scheibe mit Kopfnicker-Garantie!
FlyleafBetween the Stars — Nachdem die letzte Scheibe echt mau war, gab es noch Umstrukturierungen. Lacey Sturm ging weg, Kristen May kam. Und das ist gut! Den Gesang auszutauschen ist immer heikel, bei Flyleaf hat es wunderbar geklappt. Höre ich rauf und runter.
The Tea PartyThe Ocean at the End — Endlich! Nach langer Zeit hat sich das Trio der wohl besten Rockband der 90er wieder zusammengefunden und eine neue Scheibe aufgenommen. Sehr gut geworden, obwohl ich auch anders lautende Meinungen gehört habe.
Niels FrevertParadies der gefälschten Dinge — Sonst nur Rock, hier wunderschöne, traumhafte, herrliche Balladen und Melodien. Komplett anders als der Rest – aber oh so schön.
These Raven SkiesThese Raven Skies — Noch ein Erstlingswerk. Nichts wirklich Weltbewegendes, aber eine Scheibe, die Spaß bringt. Vielleicht bin ich aber auch ein wenig voreingenommen, weil Jeff Martin von The Tea Party mit an der Scheibe gebastelt hat.

Biotonne für alle

Jedes Jahr bringt etwas Neues. Wir freuen uns alle auf neue Gesetze und Vorschriften, die mit Vorliebe ab einem Ersten eines Jahres in Kraft treten. Das sind immer Nachrichten. 2015 wird es auch nicht anders sein. Das kommende Jahr steht schon vor der Tür und die Tinte unter jedem Gesetz ist getrocknet. Es wird Müll geben! Ja, schon klar, es gibt jedes Jahr Müll.

Die Rede ist in diesem Fall von dem Müll, den wir Bürger täglich produzieren. Man muss es nicht erwähnen, dass Jeder viel zu viel Müll produziert. Mülltrennung ist eine gute Sache, um dem Abfall noch etwas Gutes abzugewinnen. Plastik, Styropor und Leichtmetall in die grüne Tonne. Wer eine blaue Tonne hat, entsorgt sein Papier dort, ansonsten geht er – hoffentlich – regelmäßig zu den großen Papiercontainern, die überall in den Städten verstreut stehen. Was haben wir noch? Die graue Tonne für den Rest und die braune für Biomüll.

2015 soll die braune Tonne dann auch Pflicht werden. Wer den Sinn im Trennen des Mülls sieht, muss sich darauf freuen. Tatsächlich habe ich vor Jahren bei meiner Hausverwaltung einmal angefragt gehabt, ob wir nicht auch eine brauen Tonne haben könnten … und wurde ausgelacht! Da hieß es, die Menschen seien ja schon zu doof, ihren Müll auf graue und grüne Tonne aufzuteilen, da wolle ich noch mit einer brauen Tonne dazwischengrätschen? Den Leuten würden doch die Köpfe explodieren! Gut, so bildlich wurde es nicht kommuniziert … aber sinngemäß.

Warum nun eine braune Tonne? Man hat „da oben“ erkannt, dass der Biomüll auch wiederverwertet werden kann. Stichwörter sind Biogasanlagen, Kompostierung und die Verwendung als Dünger. Eine gute Sache also.

Wir sehen jetzt mal davon ab, dass es die Leute gibt, die sagen Warum recyceln? Das aus der grünen Tonne wird eh nachher mit dem normalen Müll vermengt und verbrannt.. Wir schauen darüber hinweg, dass meine Hausverwaltung Recht hat, wenn sie behauptet, die Menschen seien zu dumm zum Mülltrennen. Wir ignorieren auch, dass es – obwohl nur noch zwei Tage hin – bei mir keine braune Tonne gibt. Aber gut, dass es so eine Vorschrift gibt.