HVV-Preiserhöhung 2010

Ach ja, der HVV. Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Nicht die Busse. Die kommen sehr oft zu spät und man friert sich den Allerwertesten ab. Nein, die Rede ist von der alljährlichen Preiserhöhung. Frei nach dem Motto: „Wenn der Bus auch nicht erscheint, die Preiserhöhung kommt. Darauf unser Wort!“ Schön, wenn es noch verlässliche Dinge gibt. Obwohl ich die neue Preisliste bereits Ende letzten Jahres im neu errichteten Bus“häuschen“ gesichtet habe.

Wie auch schon letztes Jahr hier eine unvollständige Liste der Preisänderungen. Ich weiß nicht, ob man sich darüber freuen soll, aber im Schnitt liegt die Erhöhung bei 2,4% und man hat nur einige Ausreißer nach oben. Das war letztes Jahr schlimmer. Da hatten wir auch noch keine Krise. Dem Kunden will man in die Tasche greifen… – aber nicht ganz so tief. Es sei denn, die Kunden benutzen die Hamburg CARD. Aber bei der haben sie letztes Jahr auch schon schön zugelangt.

Karte Neu Alt Diff.
Vergleich der Preise vom 01. Januar ‘09 mit Preisen vom 01. Januar ‘10
Einzelkarten
Einzel, 1 Zone 1,70 € 1,65 € + 3%
Einzel, 2 Zonen 2,25 € 2,20 € + 2,3%
Nahbereich HH 1,70 € 1,65 € + 3%
Großbereich HH (2 Ringe) 2,75 € 2,70 € + 1,9%
3 Ringe 4,50 € 4,40 € + 2,3%
4 Ringe 5,90 € 5,75 € + 2,6%
Gesamtbereich 7,40 € 7,20 € + 2,8%
Kind Großb. 1 o. 2 Ringe 1,00 € 1,00 € ± 0%
Kind Gesamtbereich 2,00 € 2,00 € ± 0%
Ganztageskarten
Großbereich HH (1-2 R.) 6,50 € 6,30 € + 3,2%
3 Ringe 9,90 € 9,70 € + 2,1%
4 Ringe 13,00 € 12,60 € + 3,2%
Gesamtbereich 16,40 € 16,00 € + 2,5%
9-Uhr-Tageskarten
Großbereich HH (1-2 R.) 5,40 € 5,30 € + 1,9%
3 Ringe 8,80 € 8,60 € + 2,3%
4 Ringe 10,80 € 10,60 € + 1,9%
Gesamtbereich 14,20 € 13,80 € + 2,9%
Kind Großbereich (1-2 Ringe) 1,90 € 1,90 € ± 0%
Kind Gesamtbereich 3,80 € 3,80 € ± 0%
9-Uhr-Gruppenkarten
Großbereich HH (1-2 R.) 9,20 € 8,95 € + 2,8%
3 Ringe 14,10 € 13,60 € + 3,7%
4 Ringe 18,40 € 17,90 € + 2,8%
Gesamtbereich 23,30 € 22,50 € + 3,6%
3-Tage-Karte
Großbereich HH 15,90 € 15,60 € + 1,9%
Hamburg CARD
1 Tag 8,50 € 8,50 € ± 0%
3 Tage 19,90 € 18,90 € + 5,3%
5 Tage 34,90 € 33,90 € + 2,9%
Gruppe 1 Tag 13,50 € 12,50 € + 8%
Gruppe 3 Tage 32,50 € 31,50 € + 3,2%
Gruppe 5 Tage 55,90 € 54,90 € + 1,8%
Schönes Wochenende-Ticket
Gesamtbereich 37,00 € 37,00 € ± 0%

Knapp 2,4% Preissteigerung bei einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 2,3% (in 2008). Das ist einfach zu teuer, liebe Leute. Anstatt Millionen und noch mal Millionen in sinnlose Projekte wie die Elbdisharmonie zu versenken, sollte man dieses Geld lieber sinnvoll z.B. in die Unterstützung des HVV investieren. Dann könnte man die Preise niedriger halten und die Leute würden u.U. sogar mal mehr Bahn fahren. Aber Nein … – lieber Denkmäler setzen. :nene:

Kleiner Nebengedanke: Die Initiatoren der Pro-Ikea-Bewegung in Altona — Ikea soll ein Vollsortiment anbieten, kein City-Ikea werden — träumen in der taz:

Wir erwarten, dass 40 Prozent der Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder dem Rad kommen werden.

Mal abgesehen davon, dass das eine völlig hanebüchene Vorstellung ist — die Leute fahren mit dem Auto, ihrem liebsten Kind. Bei solchen Preisen für den ÖPNV wird erst recht nicht die fabulierte Zahl von 40 Prozent ÖPNV-Besucher erreicht.

Passage kommt wieder

Letzter VorhangNa, das ist doch mal ein guter Start ins neue Jahr. Im November machte das ehrwürdige Passage-Kino in der Mönckebergstraße zu. Eine Schande, wie nicht nur ich fand. Doch nun die frohe Kunde: Ein Schwabe hat sich das einst älteste Kino Hamburgs gegriffen und will, nachdem er gut eine Million Euro in die Sanierung des Kinos gesteckt haben wird, das Prachtkino wieder eröffnen. Im März soll das Passage seine Tor im neuen/alten Glanz öffnen. Das „Plüsch-Foyer“ soll erhalten bleiben. Die Technik allerdings soll auf den modernsten Stand gebracht werden — alles andere wäre auch verrückt.

Schön ist es, dass das Passage wiederkommt, aber auch dass überhaupt ein Kino an der Stelle erneut Publikum empfangen wird. Ich hatte schon mit einem der „üblichen Verdächtigen“ gerechnet, also Kaffee- oder Klamotten-Laden. Nein: ein Kino! Das grassierende Kino-Sterben in Hamburg wurde ein wenig verzögert und die Vereinheitlichung der Innenstadt ebenfalls. Ein kleines bisschen zumindest.

Filmidee zum neuen Jahr

Letztens bin ich wieder einmal durch die Straßen gelaufen. Da kam mir die Idee für einen Film. Ich verbreite die Idee mal Opensource-mäßig, unter CC und so. Aber wenn er verfilmt wird, will ich schon was vom Geld sehen. Und ich darf die Hauptrolle besetzen.

Also, der Film hat was von „12 Monkeys“ und/oder „28 Days later“. Ja, ein Virus spielt eine wichtige Rolle. Aber nicht so, dass der die Menschen anfällt und alle werden Zombies oder fallen tot um. Nein, ich gehe noch einen Schritt weiter.

Durch einen Unfall in einem Gen-Labor — wo sonst — oder nee …

Nehmen wir Terroristen. Die sind immer gut. Also die Terroristen haben keinen Bock mehr auf Bomben. Dafür haben sie an einem Volkshochschulkurs „Biotechnologie“ teilgenommen. Danach sind sie in ein Gen-Labor eingebrochen. Ja, so wird das was. Bei dem Einbruch haben sie, weil sie von verdammt vielen, bis an die Zähne bewaffneten Wachleuten aufgescheucht wurden, wahllos eine Probe von irgendwas mitgenommen. In der Hoffnung, dass das auch was Gefährliches ist.

In ihrer feuchten Kellerwohnung — wo sonst? — haben die dann ein behelfsmäßiges Genlabor aufgebaut und an dem Zeugs, das sie zuvor haben mitgehen lassen, weiter experimentiert. Leider war der VHS-Kurs dann doch nicht der Hit gewesen und die Einführung in die Benutzung des Bunsenbrenners war nicht ausreichend. Während die also am Experimentieren sind, fliegt ihnen die Bude um die Ohren.

Terroristen tot. Die Zuschauer wiegen sich in Sicherheit. Doch jetzt kommt’s: Was die bösen Buben da manipuliert haben, ist nicht gefährlich für Menschen. Zumindest nicht direkt. Dafür werden alle Hunde — und zwar nur die ganz großen und bösen — von dem Virus befallen. Erst bekommen sie alle rote Augen. Zeitgleich. Nur so wirkt das. Dann laufen sie Amok. Aber nicht wahllos. Das wäre langweilig. Nein, die Dobermänner und Rottweiler, die Pittbulls und Chihuahuas dieser Welt laufen alle — überall auf der Welt — gleichzeitig Amok (ein Wissenschaftler wird später feststellen, dass das was mit den Sonnenwinden zu tun hatte) und zwar greifen die ausschließlich junge Männer und solche, die sich dafür halten, an, die diese Hosen tragen, die ihren Hosenboden in der Kniekehle haben.

Hosen - von erixDie Typen versuchen natürlich alle zu fliehen. Wild. In Panik. Kreischend wie kleine Mädchen. Aber weil sie so doofe Hosen haben, die mit dem Hosenboden in der Kniekehle, können die nur ganz watschelig laufen. Sieht alles furchtbar dämlich aus, wie die versuchen zu laufen. Schnelle Schnitte, rund um den Globus. Überall laufwatscheln die Typen vor den wütenden Hunden. Denen hängt der Sabber natürlich von den Lefzen.

In jedem Land der Welt – wo diese Hosen getragen werden – kommen die Typen nicht weit, fallen und werden blutrünstigst von den Tieren zerfleischt. Wenn die fertig sind, wenn keiner dieser Hosenträger mehr lebt, beruhigen sich alle Hunde und schnüffeln friedlich am nächsten Baum.

Man sieht Menschen weinen, klagen, trauern. Dann offenbart sich der Nebeneffekt: die Zahl der Männer ist drastisch gesunken. Was wiederum bedeutet, dass jetzt die „uncoolen“ Typen mit den normalen Hosen begehrt sind — und sich fortpflanzen können.

Ich nenne den Film „Action Evolution“. Oder „Hosen des Todes“? Das wird auf alle Fälle ein Kracher …

[Bildquelle: erix!]

Top 9

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann. Das haben wir schon hinter uns. Jetzt also der Übergang ins neue Jahr. Vorher gilt es noch schnell etwas Ballast abzuwerfen. Hier die Top 9 dieses Jahres. Diesmal wieder in loser, nicht wertender Reihenfolge.

Filme
Oben (Walt Disney Pictures/ Pixar)
Star Trek (Paramount Pictures)
Hangover (Warner Bros. Pictures)
CDs
The Pariah, the Parrot, the Delusion von Dredg
Backspacer von Pearl Jam
Way to Normal von Montag
Bücher
Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer (2007)
American Gods von Neil Gaiman (2005)
Handcrafted CSS: More Bulletproof Web Design von Dan Cederholm (2009)

Wie immer gilt: Auch wenn ich zu einem Online-s.o. verweise, bin ich mit denen nicht verbandelt und bekomme kein Geld von denen. Schön wär’s …