Absprache?

Leider kann ich es nicht beweisen. Das sei vorweg gesagt. Aber es besteht durchaus eine Möglichkeit, dass es wahr ist, was ich gehört habe. Warum auch nicht? Es geht nicht um die Sichtung von Aliens oder die Erfindung des Perpetuum mobiles. Es geht um unseren Senat. Da ist alles möglich …

Am Wochenende hörte ich von einer Bekannten meiner Eltern — jetzt geht es los: um viele Ecken gehört —, dass ihre Tochter, die Architektin ist, erst kürzlich in die Schweiz fuhr. Dort soll sie einen Mitarbeiter des Architekturbüros getroffen haben (keine Ahnung, ob verabredet oder zufällig), das die Elbdisharmonie entworfen hat. Mit diesem Mitarbeiter unterhielt sie sich dann auch. Da ist nichts bei. Architekten können sich ja ruhig miteinander unterhalten.

Die junge Dame ließ es sich nicht nehmen und sprach den Mitarbeiter auf die Kostenexplosion der Elbdisharmonie an. Dieser soll dann ausgesagt haben, dass der Senat dem Architekturbüro vor der endgültigen Auftragsstellung — hinter vorgehaltener Hand — gesagt haben soll, das Büro möge doch bitte einen Kostenvoranschlag machen — und diesen dann halbieren. Nicht, dass das Büro dann nur die Hälfte des Geldes bekäme, der volle Betrag wäre garantiert. Nein, das Büro solle nur nach außen lediglich die halbe Summe nennen. Um das Volk nicht zu sehr zu verschrecken und gegen das Projekt aufzubringen. Die zweite Hälfte könne dann Stück für Stück „enthüllt werden“.

Ich kann es nicht beweisen — kann es mir aber sehr gut (!) vorstellen. Das „Leuchtturmprojekt“ des Spaß-EBs sollte auf Biegen und Brechen durchgebracht werden. Auf dass sich auch kommende Generationen immer an diesen einen EB erinnern mögen. Die Vorgehensweise ist dann auch egal …

An dieser Stelle darf ich einmal wieder meinen Vater zitieren, der sich in diesem Zusammenhang stets darüber wundert, wie jemand ein so großes Projekt in Auftrag geben kann, ohne einen Fixpreis zu vereinbaren!? Fixpreis!!

Laut der jungen Architekten gibt es so einen Fixpreis — der wurde nur nicht öffentlich genannt …

Bei welchem Betrag sind wir eigentlich derzeit? Also öffentlich?

Alle Macht dem Senat

Irgendwo da draußen gibt es sie noch, die Verrückten, die dem Volk Macht geben wollen. Dabei weiß doch jeder, dass der Bürger alle vier Jahre nur wenige Sekunden Macht hat, nämlich dann, wenn er seine Kreuze macht. Danach ist er den Volksvertretern ausgeliefert. Die wollen natüüürlich nur das Beste fürs Volk. So steht es zumindest auf dem Papier. Irgendwo. Irgendwann einmal.

Eine Form der Macht, die vom Volke ausgehen könnte, wäre ein Bürgerbegehren. In Hamburg weiß man, dass die nur „Opium fürs Volk“ sind. Gebt den Bürgern etwas, womit sie sich beschäftigen können, wo sie ein wenig Dampf ablassen können. Darum kümmern muss man sich eh nicht.

Doch dann kamen die Grünen, resp. die GAL, die wollten Bürgerbegehren verbindlich machen. Der reinschwarze Senat hatte schließlich immer und immer wieder bewiesen, dass er groß im Wegwischen ist. Mit den Grünen sollte das anders werden. *husthust* Kann man ja mal sagen. Muss man sich auch nicht dran halten. Denn die Politik hat immer den Trumpf im Ärmel. Das Zauberwort heißt Evokation. Wenn die blöden kampflustigen Bürger in einem Bezirk aufbegehren, wenn sie eine klare Meinung haben und es für „die da oben“ brenzlig wird, bleibt immer noch die Handbremse namens Evokation. Dann kommt der starke Senat und nimmt sich der Sache an, räumt auf — ganz im Sinne der Bürger. Komischerweise ist dann das, was der Senat daraus macht, irgendwie immer genau das Gegenteil von dem, was die Bürger wollten. Ich denke da natürlich an den Verkauf der Schrebergärten für den A7-Deckel.

Beim Neujahrsempfang des CDU-Wirtschaftsrats hat es dann „unser“ Spaß-EB auf den Punkt gebracht. In einer Rede kritisierte er seine Arbeitgeber, nämlich das Volk. Bürgerinitiativen würden nur Partikularinteressen durchsetzen wollen ? ohne ans Allgemeinwohl zu denken.

Jetzt bin ich verwirrt. Wenn gut 80 Prozent der Altonaer gegen die Abholzung des Buchenhofwaldes sind, der Senat aber mit seinem Lieblingsmachtspielzeug Evokation droht, dann handelt dieser doch entgegen dem Willen der Bürger. 80 Prozent der Bürger, die Nein sagen — ist das gegen das Allgemeinwohl? Oder das Sumpfei Moorburg, dass uns der Spaß-EB beschert hat: Seit Ende des letzten Jahres harren Hamburger Bürger in den Wipfeln der Bäume im Gählerspark aus, um des Spaß-EBs Kumpels (Vattenfall), davon abzuhalten für eine Fernwärmetrasse den halben Park abzuholzen. Diese Menschen riskieren ihre Gesundheit — für was, wenn nicht fürs Allgemeinwohl?

Wann kapieren der Bürgermeister und seine Anhänger endlich dort oben in ihrem Elfenbeinturm, dass das Gemeinwohl nicht nur im Füllen der Politikertaschen besteht. Das Abholzen von 400 Bäumen in Altona ist ein Einschnitt in das Wohlbefinden der Bürger. Hallo? 400 Bäume sind 400 Sauerstoffproduzenten, 400 Schattenspender, 400 Lebensräume für Tiere. Der Erhalt dieser Bäume — um nur ein Beispiel zu nennen — ist sehr wohl für das Allgemeinwohl, Herr Bürgermeister! Und dass die ehemals Grünen, die nur noch den Namen tragen, das auch nicht kapieren, ist nur allzu traurig. Die Fernwärmetrasse für ein Kraftwerk, das niemand außer unserem EB haben wollte, könnte man auch unter einer Straße verlegen. Ein „grüner“ Gedanke. Aber dort winkt man auch ab und verneigt sich nur noch vor der Wirtschaft. Gehen wir eine Etage höher, als auf Landesebene, haben wir die ehemalige Ministerin Künast, die, im Hinblick auf eine schwarz-grüne Koalition in NRW sagte:

Der Machtinstinkt der Grünen ist groß.

Grün war einmal … Jetzt heißt es auch hier „Hallo Geld. Hallo Wirtschaft. Hallo Macht!“

Macht für die Politiker ist nicht gleichbedeutend mit dem Wohl für die Bürger. Das nur mal am Rande an den Hamburger Senat — und auch gerne an die Minister dieses Landes. Faszinierend ist, dass die gewählten Volksvertreter das komplett aus ihrem Bewusstsein ausgeblendet haben, wie es scheint.

Zwei lachende Augen

Wer hier aufmerksam liest, wird wissen, dass ich weiß Gott kein Freund der Harley Days bin war. Zu laut, absolut umweltfeindlich, stinkend. Und doch hat sich unser lieber Senat immer wieder in die Kamera grinsend wohlwollend über die Harley Days ausgelassen. Klar, von den Entscheidungsträgern war ja auch nie einer betroffen, wenn die hier die Behringstraße rauf- und runtergeknattert sind oder „damals“ das Heiligengeistfeld, bzw. letztes Jahr den Volkspark verpestet haben. Die Herrschaften Politiker waren weit weg, dort, wo es ruhig ist. Proteste der Hamburger Bürger? Egal. Nicht nur in diesem Zusammenhang …

Doch nun die 360 Grad-Wendung. Keine Harley Days in 2010. Überhaupt nie wieder. Keine Harley Days mehr? Großartig! Dafür gibt es ein lachendes Auge. Ein frohes Auge ist das.

Das andere lachende Auge gibt es dann für den Grund. Offiziell hat man nun endlich einmal eingesehen, dass ein ganzer Haufen Stinköfen, die sich an drei Tagen in der Stadt tummeln, wohl doch nicht so umweltfreundlich sind. Ach. Doch schon bemerkt!? Der eigentliche Hintergrund dürfte natürlich der sein, dass man als „Europäische Umwelthauptstadt 2011“ (Wer wurde denn dafür bestochen?) solche an Luftemission reichen Veranstaltungen nicht ausrichten kann. Was ist denn das für ein bild. 2012 — wenn eh die Welt untergeht — können wir wieder die Harley Days einführen. Dann ist es eh egal. Und man muss auch diesen lästigen Titel nicht mehr tragen. Bahh.

Lustig übrigens auch die Tatsache, dass man sich wegen der verschrienen Harley Days ins Höschen macht, aber solche „Kleinigkeiten“ wie ein Steinkohlekraft einfach mal macht. Oh, stimmt. Man musste machen. Es waren einem die Hände gebunden. Soso …

Eigentlich müsste es noch ein drittes lachendes Auge geben. Für den schwarzen Fraktionsvize, der die Entscheidung des Senats kleinkariert und provinzlerisch und der Weltstadt Hamburg unwürdig erachtet. Genau. Umweltschutz ist kleinkariert und provinzlerisch und überhaupt dem Gartentor zur Welt völlig unwürdig. Jawollja. Im Senatsblatt geht er noch weiter und legt die Karten offen auf den Tisch: die Harley Days sind „geil“. Was für ein volksnaher Politiker.

Kinders, die Harley Days hättet Ihr schon viel früher absagen müssen. Nicht erst, als man Euch zur Umweltstadt *kippvomstuhl* ausgerufen hat. Das riecht alles schon wieder so faul wie zwei Wochen alter Fisch.

Moviejunkies im neuen Gewand

Manchmal sollte man ein Projekt neu aufsetzen. Vor allem, wenn man mit dem Gestalten von Internet-Seiten sein Geld verdient. Denn dann kann man eine Seite, die schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, nicht mehr mit altem Tabellen-Design „Marke 1999“ stehen lassen. Zumal das Einpflegen von neuen Inhalten per Hand irgendwann zur Qual wurde. Deshalb gab es auch auf der Seite der Moviejunkies lange Zeit keine frischen Kritiken.

Jetzt ist die Seite der Hamburger Moviejunkies wieder im Netz. Im Hintergrund arbeitet WordPress, damit man nicht mehr HTML-Seiten kopieren muss. Arbeit ist es immer noch sehr viel. Schon weil einige Zusatz-Infos pro Film hinzugekommen sind, die vorher nicht da waren. So Statistik-Zeuchs halt.

Der Grundgedanke bei den Moviejunkies ist geblieben: Zwei kinophile Hanseaten schreiben über das, was sie gesehen haben. Gräbt man tief, sieht man, dass Microformats zum Einsatz kommen. Der Leser bekommt davon nichts mit — aber die Suchmaschinen sollten sich freuen. Die sollen ja auch nicht leben wie Hunde. Der grüne Grundton ist übrigens auch geblieben. Wir wollen die vier treuen Leser von „damals“ schließlich nicht verschrecken.

Mit dem Einsatz von WordPress bekommen die User natürlich die Möglichkeit des Kommentierens. Die Moviejunkies öffnen sich also. Das ist nichts Weltbewegendes, sondern eine Pflicht — der wir nun auch endlich nachkommen.

Oben und unten auf der Seite sind — das war ist eine Monsterarbeit — zufällige Filmzitate zu lesen. Derzeit sind es knapp 4000 Stück, Tendenz steigend.

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Ebenfalls steigen wird die Zahl der besprochenen Filme. Das Projekt ist über einige Jahre gewachsen. Immer gleich nach dem Kinogang wurde berichtet. Bis es einen Einschnitt gab, weil der Gedanke an ein Redesign vorhanden war. Was sollte man da noch Filme besprechen, wenn eh ein neues System kommt? Das rächt sich jetzt. Viele Filme, die die Moviejunkies in den letzten beiden Jahren gesehen haben, sind noch nicht aufgeführt und müssen nachgereicht werden. Die derzeit vorhandenen Besprechungen sind alle per Hand in die Datenbank eingefügt worden, was eine extrem aufwändige und extrem dumme Arbeit war. Aber wozu hat man Urlaub?

Auf dem zugehörigen Twitter-Account sollen Tweets rund um das Thema Film geschrieben werden. Hauptsächlich — so sieht es der Plan vor — können hier direkt nach dem Verlassen des Kinosaals die ersten Eindrücke und die erste Wertung kundgetan werden. Mal schauen, wie das klappt.

Jetzt muss nur wieder das Kinoangebot besser werden … — Ach ja: Wenn es noch nicht ganz rund läuft, sei das bitte zu entschuldigen. In beinahe jeder freien Minute wird dran gearbeitet. Und Rechtschreibfehler sind übrigens keine Rechtschreibfehler, sondern nur Tipp-Fehler.