Regentropfen

War ja klar: Den Weg nach Hause habe ich natürlich nicht im Trockenen geschafft. Auf halber Strecke gingen die Schleusen auf und ich war ruck-zuck klitschnass. Das kommt schon mal vor, wenn man mit dem Rad fährt. Also ein paar Minuten unter einen Balkon gestellt und gewartet. Ne, der Regen nahm nicht ab. Deshalb die Regenjacke angezogen (vorgesorgt!) und ab gen Altonaer Bahnhof.

Hier auch noch ein paar Minuten den Bindfäden beim Fallen zugeschaut. Es half nichts, eine Regenjacke hatte ich dabei, aber kein Zelt zum Übernachten am Bahnhof. Also wieder aufs Rad und los.

Am Spritzenplatz vorbei und in die Ottenser Hauptstraße. So ein Kopfsteinpflaster ist übrigens eine heikle Sache, wenn die Straße nass ist … — Der Regen war mittlerweile so stark und die Tropfen so dick, dass es nichts mehr nütze, den Kopf gesenkt zu halten. Nass war ich eh schon bis auf die Knochen. Kopf hoch und dem Nass getrotzt. Aber auch nur für kurze Zeit. Das Wasser lief in die Augen und brannte.

Da fragt man sich schon, wieso Regenwasser in den Augen brennt? Saurer Regen? Gechlorter Regen?

Radrenn-Kritik

Da war es wieder, das große Rennen. Nicht das mit Jack Lemmon und Tony Curtis, sondern das große Radrennen in Hamburg. Zu erkennen an den kreisenden Hubschraubern. Ich habe mir mal den Spaß erlaubt und bei Twitter nach dem Hashtag #cyclassics gesucht. Zur Hochzeit, also gegen Mittag waren die Beiträge eher negativ gefärbt. Schon wieder umfassende Straßensperren in Hamburg, die Leute haben sich darüber geärgert, sind auf den (viel zu teuren) ÖPNV ausgewichen. Auch beschwerten sich viele über die gestörte Sonntagsruhe, dank der oben erwähnten Hubschrauber.

Ja, die Cyclassics. Damals, als es noch die HEW-Cyclassics waren, da bin ich noch mitgefahren. Ich gebe zu, ein Grund für meine Nichtteilnahme ist tatsächlich der Sponsor. Für den Moorburg-Bauer und Umweltverschmutzer aus Schweden will ich nicht fahren. Hey, ich beziehe nicht mal mehr Strom von denen. Diese Kritik an Hamburgs Haus- und Hofstromlieferanten äußerten auch Andere — und zwar sehr bildlich mit einem Transparent am Fischmarkt, mit Flyern in der Masse oder gar Atommüll in der Innenstadt. Die Radler werden sich wohl kaum darum gekümmert haben, aber vielleicht konnten die Passanten ein wenig sensibilisiert werden? Wobei: Der Stromlieferant hat jedenfalls in diesem Jahr wieder bunte Rasseln verteilt, um Krach zu machen (auch ein Kritikpunkt bei Twitter) — damit sind die Hamburger dann zufrieden gestellt. Man kann sie ja so leicht besänftigen …

Ein weiterer Grund warum ich übrigens nicht an den Cyclassics teilgenommen habe, ist die Tatsache, dass es nicht mehr das ist, was es mal war. Als man noch unter der Fahne der HEW fuhr, gab es zu einem moderaten Preis eine tolle, abgesperrte Strecke, am Abend davor ein Pastaessen, ein T-Shirt und — auch wenn es blöde ist — einen ganzen Sack voll Werbemittel. Als ich das letzte Mal dran teilnahm, war der Sack recht leer. Ich hörte später, dass das T-Shirt nur noch gegen Geld verfügbar wäre und dass die Pastaparty, die wohl nicht mehr auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz, sondern in einem hiesigen Verlagshaus stattfindet, auch nicht mehr so prickelnd wäre. Kostet die gar mittlerweile etwas? Ich weiß es nicht.

Es wurden außerdem zu viele Fahrer zugelassen. Den Veranstalter wird es gefreut haben, dass die Jedermänner wie die großen Fahrer an einem Rennen teilnehmen wollen. Aber darunter litt schon die Qualität. Zu viele Möchtegern-Champions, die keine Ahnung haben, wie man sich in so einer großen Masse verhält. Es kam immer öfter zu Unfällen, mir flogen leere Getränkeflaschen um die Ohren — was echt gefährlich ist! Außerdem wurde es immer teurer. Unterm Strich wurde bei den Cyclassics immer weniger geboten, dafür musste man jedoch immer mehr bezahlen. Und das, wo sie doch einen so großen Sponsor haben.

Dennoch: Glückwunsch allen Teilnehmern, die es sicher ins Ziel geschafft haben und eventuell sogar eine Bestzeit haben fahren können.

Und man fragt sich warum

Es gibt Firmen, die mag niemand. In amerik. gibt es so einige, bei denen man oft durchs Fenster schaut und sagt, dass man sie nicht ausstehen könne. Hierzulande haben wir auch einige Firmen, bei denen eine Großzahl die Nase rümpft. Ein Vertreter wäre zum Beispiel ein schwedischer Stromanbieter, ein anderer, bundesweit agierender Vertreter der Spezies „Firmus unbeliebtus“ ist der rosa Riese.

Auch ich war froh, dort meinen Vertrag gekündigt zu haben. Das Wort Service wird bei denen bekanntlich nicht gerade groß geschrieben. Früher, als es noch weniger Ausweichmöglichkeiten gab, waren die Negativberichte mannigfaltig. In letzter Zeit sind sie dann durch einen recht laxen Umgang mit Kundendaten aufgefallen. Was das Bild der Bonner nicht gerade verbesserte.

Um so mehr schmerzte es mich, als ich doch wieder zurück musste, nur weil ich in den Besitz eines bestimmten Mobiltelefons kommen wollte, dass es leider ausschließlich dort gibt. Naja, dann verkauft man eben seine Seele. Machen Andere auch, z.B. wenn sie der Welteroberungsmaschine ihre Daten in den Rachen werfen (und womöglich auch noch von denen ein Mobiltelefon erwerben *tsts*).

Erst letzten Monat durfte ich dann wieder erfahren, warum die Menschen so ungern bei dem rosa Riesen sind. Es ist die Inkompetenz und Schlampigkeit von Europas größtem Telekommunikationsunternehmen. Nachdem ich also meine Seele verkaufte hatte, habe ich auch einen Kumpel in den Abgrund gerissen, indem ich ihm das besagte Telefon schmackhaft machte. Ich warb ihn, er unterschrieb den Vertrag. Nun hat er ebenfalls so ein Mobiltelefon — und den Ärger. Dafür, dass ich ihn geworben habe, bekamen er und ich jeweils einen Freimonat. Klingt immer gut. Nimmt man mit. Das ist jetzt schon rund ein Jahr her. Doch nun haben die T-Menschen bewiesen, warum die Nutzer gerne den Anbieter wechseln.

Mein Bekannter erhielt letzten Monat eine Rechnung. Er musste seine monatlichen Kosten begleichen. Okay. Allerdings durfte er auch meine Kosten bezahlen. 😮 Nun könnte man denken, da habe jemand die Verbindung Werber und Geworbener entdeckt und die Rechnung vom Einen in den Korb des Anderen gelegt. Na gut, auch das wäre eigentlich undenkbar und vollkommen bekloppt. Aber Nein, ich erhielt meine Rechnung ebenfalls. Nur der Bekannte hatte jetzt seine und meine Gebühren zu zahlen – was er natürlich gleich beanstandete. Er bekam meinen Beitrag zurück. Alles gut?

In diesem Monat haben sie das selbe Spiel schon wieder gemacht … *aua*

Hertie ist nicht mehr

Heute hatte Hertie seinen letzten Tag. Das Kaufhaus gibt es nicht mehr. Bis zu 80 Prozent Rabatte konnte man einheimsen, an diesem finalen Tag.

Für gewöhnlich bin ich ein Freund von günstigen Einkaufsmöglichkeiten, doch ich war keiner, der bei Hertie reinschaute und ein Schnäppchen ergattern wollte. Irgendwie käme mir das wie Leichenfledderei vor. Da geht man hin, freut sich über einen günstigen Einkauf – doch der Spaß geht auf die Kosten Anderer. Immerhin stehen nun mehrere tausend Menschen auf der Straße und haben keine Arbeit mehr.