Mano cornuto? Nein, der Leise Fuchs.

Leiser FuchsMein Neffe ist (noch) im Kindergarten. Dort sind die Gruppen der Kinder nach Tieren benannt. Der kleine Steppke ist in der „Fuchs-Gruppe“. Und wenn die kleinen Füchse laut sind — und die sind bestimmt laut! —, dann ruft der Kindergärtner die Meute mit einem Zeichen zur Ruhe.

Gestern war Familientreffen, es wurde lauter (lag an seiner Schwester) und da machte er auf einmal ein Zeichen (s.o.) und ich dachte noch „Joo! Mein Neffe macht das internationale Rock-Zeichen. Er wird ein Satansanbeter (musikalischer Natur), ein Headbanger, ein Metal-Fan.“

Gut, er ist noch fünf und hört „Die Wilde 13“ — aber das ist ja schon mal ein Anfang.

Nein, nichts mit Rock’n’Roller. Das Zeichen, dass mein Neffe machte, war das Zeichen, das sein Kindergärtner immer macht: der „Leise Fuchs“. — Hat aber, das muss man zugeben, verdammte Ähnlichkeit mit dem Mano cornuto, bzw. der „Pommesgabel“. 😉 Beim Mano cornuto liegt der Daumen auf Mittel- und Ringfinger. Beim Leisen Fuchs bildet der Daumen mit den beiden Fingern die Schnauze des Fuchses und liegt unter ihnen.

Wir machen Nachrichten

Umfrage

Auf der Internetseite des Senatblatts war am Freitag eine Umfrage zur Primarschule, die ganz klar ein Produkt des amtierenden Senats ist. Die Frage lautete, ob die Leser das Konzept der Primarschule für gelungen halten. Man konnte online abstimmen und sah auch gleich das Ergebnis.

Dieses Ergebnis wurde dann in der Wochenend-Ausgabe des Senatblatts veröffentlicht. Nur komisch, dass das abgedruckte Ergebnis eklatant von dem Online-Ergebnis abweicht. Da hat wohl jemand schnell die Handbremse gezogen und sich gesagt, bevor das Ergebnis noch schlimmer gegen Primarschule ausfällt, nehmen wir lieber einen frühen Wert. Dass aber nicht 55% der Leser (1822 Stimmen) die Primarschule für unsinnig halten, sondern 63% (Stand Freitag am frühen Abend, 2990 Stimmen) — das werden die treuen Abonnenten (und Wähler) wohl nie erfahren.

So macht man also Nachrichten — und Stimmung … Interessant. 😮

Kultur. Soso.

Mönckebergbrunnen

Wieder so ein Moment, wo man sich eisern am Lenker festhalten muss, sonst fällt man vom Fahrrad.

1914 wurde in der Einmündung zur Spitalerstraße, ausgehend von der Mönckebergstraße, ein schmuckes Häuschen gebaut, das vor dem säulenbewehrten Eingang einen Brunnen hat. In dem Häuschen wurde eine Lesehalle untergebracht. Der Brunnen ist der mittlerweile denkmalgeschützte Mönckebergbrunnen.

Solange ich mich erinnern kann ist in dem kleinen Schmuckstück von Haus eine Burger-Bude gewesen. Für eine Lesehalle war natürlich kein Geld vorhanden, deswegen durfte sich irgendwann der selbsternannte König der Burger dort breit machen. Als es hieß, der Vertrag würde auslaufen und man wolle den Mönckenbergbrunnen-Pavillon wieder zu einem Kulturpunkt umwandeln, da dachte ich noch „Wow! Sowas machen die? Mitten in der Innenstadt? Kaum zu glauben …!“

Ist es auch nicht, wie ich heute schwankend auf dem Rad feststellen musste. Der Neon-Schriftzug der Frikadellen-Bratstation ist weg, dafür hängt an dem renovierten Pavillon nun in goldenen Lettern (Ist das jetzt die „Kultur“?) der Name eines Kaffee-Schnellabfertigungs-Dingens. Das nennen die also Kulturpunkt? Ein weiterer Coffee-to-go-Laden ist alles, was Hamburg an Kultur aufbringen kann? Oh-mein-Gott.

Kulturcafe ...Doch Halt! Jetzt macht es Sinn. Während die Kaffee-Klitsche ihren Schriftzug dick und fett über den Eingang geklebt und noch das bekannte Logo an der Seitenwand des Pavillons angebracht hat, wurde oben, über den Säulen, noch in etwas kleineren Goldbuchstaben „Elbdisharmonie Kulturcafé“ geschrieben. Das ist dann die Kultur, die ich vermisst habe?

Wie viel Kultur kann ein Pappbecher-Kaffee-Laden schon bieten? Oder wird dort der schwarze Bohnenaufguss ausschließlich in Tassen aus Porzellan angeboten? Keine Pappbecher mehr? Ne, wahrscheinlich — der hochtrabende Name verrät es — wird neben dem Weggeh-Kaffee auch noch ein Infostand von der Elbdisharmonie stehen. Eventuell noch mit einer seriös dreinblickenden Person daneben, die jedem, der zur Tür reinkommt, eine Spende für das Bürgermeister-Denkmal aus dem Kreuz leiern möchte. Immerhin fehlt es dem „Leuchtturm“ kräftigst am Finanziellem.

Dann doch lieber das Wechselgeld einem Hinz&Kunzt-Verkäufer geben … Das macht wenigstens noch Sinn. Die Leute fallen in Hamburg schließlich hinten runter.

„Elbdisharmonie Kulturcafé“ — dass ich nicht lache …

Leihfahrräder klauen

Nein, kein Aufruf, diese Leihfahrräder, die es seit Freitag in der Hansestadt offiziell zu leihen gibt, zu stehlen. Die Leihfahrräder von der DB stehlen Platz! Das soll der Titel besagen.

Als eingefleischter Fahrradfahrer in Hamburg stellt sich für mich erst gar nicht Frage, ob ich mir so ein Fahrrad leihen soll. Die Antwort lautet natürlich Nein. Dick und fett: Nein. Wozu auch? Ich habe ein Rad. Obwohl das liebe Radeln in Hamburg schon so manches Mal eine Qual ist: Unachtsame Passanten, die ohne zu gucken über den Fahrradweg latschen; unachtsame Autofahrer, die einfach die Tür aufmachen, sich auf Fahrradwege stellen oder mit einem Affenzahn aus Ausfahrten geprescht kommen. Dann die schlechten Radwege in der Hansestadt und — man mag es nicht glauben, sind doch „nur“ Fahrräder — die Parkplatz-, resp. Abstellproblematik.

Wer mit dem Velo in Ottensen unterwegs ist und seinen Drahtesel irgendwo in der Nähe vom Altonaer Bahnhof oder dem Mercado abstellen möchte, hat per Definition ein Problem! Die Möglichkeiten, wo man sein Rad anschließen kann (Und ich möchte mein Fahrrad abschließen!), sind dünn gesät. Auf der Südseite vom Bahnhof haben sie vor Jahren Fahrradbügel entfernt. Nicht schön. Und so „stapeln“ sich die Räder teilweise an den raren Ankettplätzen.

Da hilft es auch herzlich wenig, wenn die DB daher kommt und noch einmal eine Ecke des Abstellraums für sich okkupiert. Kein Stück hilft das. In besagter Gegend wurden zwei StadtRad-Stationen eingerichtet. Einmal hin zur Max-Brauer-Allee und einmal hin zum Busbahnhof (diese Stationen sind übrigens oft extrem dicht beieinander — nur mal so nebenbei erwähnt …). Hier befindet sich auch ein großes Geländer, an dem einst von beiden Seiten die Fahrräder der Einkäufer und der Pendler angekettet wurden. Doch dank Leihfahrrad-System fehlen jetzt gute 30 Meter Stellfläche. Denn die DB hat natürlich gleich Schilder hingehängt, das man quasi gehängt wird, stellt man dort sein eigenes Rad ab.

Wer hat dazu bloß sein o.a. gegeben? Die ganze Aktion ist doch nur a.) für Touristen (mal wieder) und b.) ein Feigenblatt eines pseudo-grünen Senats (mal wieder). Anstatt etwas für bestehende Fahrradbestände zu tun, für die Menschen, die in Hamburg wohnen und mit dem Rad unterwegs sein wollen, wird erneut nur Schickimicki-Krams und PR-Getöse vom Stapel gelassen. Leihfahrräder klauen den „einheimischen Rädern“ die Abstellplätze. Danke dafür!

Und was ist das überhaupt mit den 1,5 Millionen Euro, die der Spaß den Steuerzahlern kostet — obwohl offensichtlich andere Anbieter das ohne Belastung für die Hamburger Bürger eingerichtet hätten? Wer hat denn da bitte schön schon wieder die Hand aufgehalten? X-(

StadtRad von der DB in Hamburg? Durchgefallen! [Direkt-Parkplatzproblem]