Verkehrslinien in Google

Ach, das ist ja nett. Durch Zufall gesehen, dass die Welteroberungsmaschine Google mal wieder ein neues Effektchen eingebaut hat. Zoomt man in einer Stadt mit ÖPN-Verkehrsnetz in die Google Map hinein, sieht man die großen Stationen. Die sind nun anklickbar. Jeder Klick zeigt farbig unterlegt den Verlauf der Linie, welche Linien an besagter Station überhaupt fahren, einen Link zum jeweiligen Verkehrsnetzanbieter und etwas schwächer die Umsteigemöglichkeiten.

Das klappt in Hamburg, Berlin, Frankfurt, sogar in München. Und vermutlich in allen anderen größeren Städten. In München schaut es sogar so aus, dass die vielen Nebenhaltestellen ebenfalls nach dem Klick angezeigt werden. Nett.

Was stört, dass ist die große Sprechblase, wenn man sich den gesamten Streckenverlauf anschauen will. Fährt die Linie wirklich zu meinem Zielort? Dazu zoomt man heraus, kann aber die Linie nicht voll sehen, weil die olle Sprechblase den halben Bildschirm einnimmt. 🙁 [Direkt-Linien]

Zeitgenössische Kinderbetreuung auf dem Dach

Das ist dem Senatsblatt eine Meldung wert, wenn der Bürgermeister einmal den Mund aufmacht. Kommt immerhin recht selten vor. Wenn man mal von seinen „mit der Faust auf den Tisch hauen (und ein Bauernopfer entlassen)“-Aktionen absieht, hört man doch eher etwas von dem öbersten Hirten, treibt man sich auf irgendwelchen Handschüttel-Events herum. Wie z.B. bei der Eröffnung der ersten Kita in der Schickimicki-Hafencity.

Es gab den Bericht, wonach eine Schule ihren Pausenhof aufs Dach gesetzt bekommt, einfach weil der Grund in dem neuen Stadtteil so teuer ist, dass man sich keinen ebenerdigen Erholungsbereich leisten kann. Zaun um das Dach, Spielgeräte drauf, fertig.

Das Problem des teuren Grunds muss auch die erste Kita der Hafencity gehabt haben. Deren Pausenhof befindet sich ebenfalls auf dem Dach. Kinder werden jetzt nur noch in Freiluftgehegen gehalten. „Hamburger Kinder aus Bodenhalten“ wird es immer weniger geben. Oder?

Na, der EB also mal wieder in seinem Lieblingsumfeld von pflegeleichten Menschen, die ihm entweder alle wohlgesonnen sind, oder die noch gar keine Ahnung haben, wer das Komisches ist, der da grinst und redet — einfach weil sie noch zu jung sind.

Das Senatsblatt schreibt über die Eröffnung (mit Gast-Kindern, damit es nach was aussieht) und hier liest sich das alles wieder einmal ganz fluffig und dufte. Gute Miene zum bösen Spiel macht auch Landespastorin Annegrethe Stoltenberg. Sie bezeichnete die (kirchliche) Kita als Pilotprojekt einer zeitgenössischen Kinderbetreuung. Es wird also in Zukunft wirklich immer mehr Tobeflächen für Kinder auf den Dächern von Häusern mit Zäunen drum herum geben? Spielplätze, die „hoch oben“ sind, wo sie niemanden stören mit ihrem nervtötenden Krach? In Hamburg sind Kinder eben wirklich nur ein notwendiges Übel.

Traurig …

Wie man reinruft

Zugegeben, ich war nicht da. Das Wetter war mir schlicht zu heiß, die Gegend meide ich aus persönlichen Gründen und abgesehen davon hatte ich Hunger. Also kein Besuch auf dem Schanzenfest. Obwohl ich ja schon gerne das staatlich unterstützte Unterhaltungsprogramm in den Abendstunden miterlebt hätte. Was dabei heraus kam, kann man in den Medien nachlesen: Chaos, Terror, brennendes Polizeiauto, Wasserwerfer, aggressives Potenzial auf der gegnerischen Seite.

Nun war ich nicht da, kann also auch nicht sagen, wie es wirklich war. Aber liest man mal, was Augenzeugen zu berichten wissen, erscheinen die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linksautonomen in einem anderen Licht, als dem, mit dem die Medien die Situation ausleuchten.

Die Polizei machte offensichtlich ihren Familienausflug an diesem Sonnabend nicht an die Elbe, um Würstchen zu grillen, sondern disponierte um. Eine kleine Schlacht mit Linken stand auf dem Plan. Hat ja auch was. Wenn es heiß ist, steht man schön im Wasserwerfer-Sprühnebel und holt sich Abkühlung. Das Ganze verbunden mit ein wenig sportlicher Aktivität — der Schlagarm will schließlich trainiert sein; fürs nächste Gewerkschafts-Tennisturnier. Versteht sich.

Der Tour-Blog vermutet wohl gar nicht einmal so verkehrt: wenn man die Linken unbehelligt ließe, wenn die einen Stein schmissen und niemand darauf reagierte — dann würden die wohl schnell das Interesse verlieren und man könnte wieder zur Partystimmung vom Tage zurückkehren.

Ich kenne das jedenfalls so von meinem Neffen. Wenn der mal wieder laut ist und Randale macht, gehe ich einfach drüber hinweg. Dann beruhigt er sich schon von selber. Würde ich auf seine Geplärre eingehen, würde ich gar selber laut werden, schaukelte sich die Situation nur unnötig hoch. So, wie es in der Schanze auch passiert ist. Oder auch nicht. Jedenfalls nicht in dem Maße, wie die Medien berichten …

Miese Gegend

Gestern habe ich extra noch einmal nachgeschaut. Nein, nirgends konnte ich an meinem Fahrrad ein Schild „Selbstbedienungsladen“ oder „Stiehl Teile von mir!“ sehen. Den Hinweis mit der Aufforderung irgendwas von meinem Rad zu stehlen gibt es nicht! Und doch scheinen einige Elemente der Meinung zu sein, sie müssten sich immer an meinem Fortbewegungsmittel zu schaffen machen. Erst zockten sie mir den kompletten Lenker. Jetzt war es etwas Kleines.

Loser Tempoabnehmer an einer FahrradgabelBeim Fahren fiel auf, dass es so komisch klöterte. Blick nach hinten, nach oben, nach unten. vorn. sah ich dann das Corpus Delicti. Oder eben nicht.

Irgendein Spaßvogel hat mir jetzt von meinem noch recht jüngfräulichen Fahrradcomputer den Halterungs-Gummiring entwendet. Danke dafür! Ich wunderte mich schon, warum auf dem Fahrradcomputer keine Geschwindigkeit angezeigt wurde. Da baumelt der Kontakt an der Radgabel und macht ein klöterndes Geräusch.

Mann, ich wohne echt in einer miesen Gegend. Dabei dachte ich immer, Ottensen wird immer versnobter! Wobei … — Erst seit die Mieten hier so hoch sind und immer mehr Macchiato-Fans ins Viertel ziehen, muss ich die Diebstähle verzeichnen. Gibt es da einen Zusammenhang zwischen den Reichen und meinem geplünderten Fahrrad? Haben die alle ihren Reichtum dem Dealen mit Fahrradzubehör zu verdanken? Oder ist das eine Tour, die „Kleinen“ aus dem Viertel zu vertreiben, in dem man ihnen ständig was klaut? X-(

Übrigens wird das wieder ein Spaß, so einen blöden Gummiring zu finden. Den gibt es, wie ich die kenne, nur im Gesamtpaket mit einem neuen Fahrradcomputer. Aber ohne mich …